Ethikratschef dringt auf Gesetz zur Suizidprävention

Die Debatte nach dem Tod der Kessler-Zwillinge dauert an. Der Vorsitzende des Ethikrats sagt, was er von der Bundesregierung erwartet - und was es zu beachten gilt, wenn öffentlich über assistierten Suizid geredet wird.

Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Helmut Frister, dringt auf ein Gesetz zur Suizidprävention. Die Bundesregierung habe eine entsprechende Regelung für das nächste Jahr angekündigt, sagte Frister am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin. Auch fehle in Deutschland eine gesetzliche Regulierung der Suizidassistenz. Nötig sei ein Verfahren, in dem überprüft werde, ob jemand bei einer Entscheidung zum Suizid freiverantwortlich handele. Nach Worten Fristers solle es eine unabhängige Beratung geben. Ein Gutachten muss es nach seiner persönlichen Meinung nur dann geben, wenn Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung der sterbewilligen Person vorliegen.

Hintergrund der laufenden Debatte ist der Tod der berühmten Kessler-Zwillinge Alice und Ellen. Sie waren am Montag im Alter von 89 Jahren gestorben. Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben bestätigte, sie habe die beiden beim assistierten Suizid begleitet. Zu der Frage, ob man über das Thema öffentlich sprechen sollte, sagte Frister: "Man hat immer das Problem eventueller Nachahmungseffekte, wenn man drüber spricht." Zu schweigen, bringe aber noch viel weniger. Wichtig sei, "sehr sorgfältig und differenziert" über das Thema zu reden.

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