Das Erzbistum Paderborn plant zum Gedenktag für Betroffene sexualisierter Gewalt am 18. November verschiedene Veranstaltungen, auf denen sich Menschen über ihre Leiderfahrungen austauschen können. Geplant sind ein Gedenkgottesdienst, eine Podiumsdiskussion und eine Kerzenaktion, wie das Erzbistum am Freitag mitteilte. Damit solle den Betroffenen Mut gemacht werden, die eigenen Erfahrungen mitzuteilen - und zu „zeigen, dass niemand diesen Weg allein gehen muss“.
Am 18. November feiert Erzbischof Udo Markus Bentz um 19 Uhr mit Betroffenen und Mitgliedern der Unabhängigen Aufarbeitungskommission einen Gottesdienst im Hohen Dom in Paderborn. Zuvor sind Menschen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, ebenso wie alle weiteren Interessierten von 16 bis 18.30 Uhr zum Tag der offenen Tür in die Geschäftsstelle der Betroffenenvertretung in Paderborn eingeladen. Am Vorabend findet eine digitale Podiumsdiskussion statt: Vertreter des Vorstandes der Betroffenenvertretung im Erzbistum Paderborn, Erzbischof Bentz und weitere Experten diskutieren darüber, wie ein unterstützendes Umfeld geschaffen werden kann, damit Betroffene zum Schritt „aus dem Dunkel ans Licht“ ermutigt werden können.
Alle Gemeinden im Erzbistum sind zudem aufgerufen, in den Gottesdiensten am Sonntag vor oder nach dem 18. November eine Kerze zu entzünden. Die Kerze stehe symbolisch für die Erhellung des Dunkelfeldes und für die Solidarität mit den Betroffenen sexualisierter Gewalt, hieß es. Sie soll ein sichtbares Zeichen dafür sein, dass das Schweigen gebrochen und das Leid der Betroffenen anerkannt wird.
Die sogenannte Dunkelfeldinitiative ist eine gemeinsame Aktion der Betroffenenvertretung und des Erzbistums Paderborn. Die Initiative hat das Ziel, das Schweigen über sexualisierte Gewalt zu brechen und Räume zu schaffen, in denen Betroffene gehört, ernst genommen und unterstützt werden. Der Name „Dunkelfeld“ verweist auf jene Fälle, die bislang nicht bekannt oder gemeldet sind.