Die ersten Kranichpaare sind zurück in Sachsen-Anhalts Brutrevieren. Bereits am ersten sonnigen Tag der zurückliegenden Woche seien die großen Vögel landesweit unterwegs gewesen, „als der Nebel weg war“, sagte der Leiter der Landesarbeitsgemeinschaft Kranichschutz, Axel Schonert, dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Kemberg. Mittlerweile sei bereits etwa ein Fünftel der rund 1.100 Brutpaare im Bundesland zurück in seinen angestammten Brutrevieren.
„Die Kraniche schauen zuerst, ob genügend Wasser da ist“, sagte Schonert. Dabei gebe es jedoch derzeit vielerorts Probleme, weil der Winter zu trocken gewesen sei. Damit lägen etliche angestammte Nester trocken und die Brut wäre leichte Beute für Fuchs, Waschbär oder Wildschwein.
Kraniche bevorzugten Inseln in Flachwasserzonen von etwa 20 bis 30 Zentimetern Wassertiefe, sagte der Kranichexperte. Reiche der Wasserstand nicht aus, warte das Paar noch ab und hoffe auf Regen. „Notfalls wechseln sie auch noch einmal das Revier“, sagte Schonert. Mitte März würden die meisten Paare dann mit der Eiablage beginnen, sodass Anfang Mai die bis zu zwei Jungvögel schlüpfen könnten.
Während die einheimischen Kraniche jetzt fast unbemerkt zurückkehrten, würden in wenigen Wochen noch einmal große Kranichzüge zu beobachten und auch zu hören sein, sagte Schonert. Zumeist Ende Februar oder Anfang März zögen die nordischen Kraniche auf dem Weg in ihre Brutreviere in Polen, im Baltikum und Skandinavien über Mitteldeutschland hinweg.