Die Landeselternvertretung Thüringen fordert einen verstärkten, verbindlichen und wirksamen Kinderschutz an Thüringer Schulen. Angesichts wiederholter Fälle von sexuellem Missbrauch und Grenzverletzungen in schulischen Einrichtungen und deren Umfeld dürfe der Schutz von Kindern nicht länger von Zufällen oder dem Engagement Einzelner abhängen, erklärte der Verband am Montag in Erfurt.
Nach Angaben der Landeselternvertretung werden Hinweise auf Übergriffe häufig zu spät erkannt, nicht ernst genommen oder nicht konsequent verfolgt. Dabei handele es sich nicht um individuelles Fehlverhalten, sondern um ein strukturelles Problem. Schulen müssten Orte sein, an denen Kinder sicher sind und Vertrauen haben, Hilfe zu erhalten. Missbrauch in diesem Umfeld sei ein Zeichen massiven institutionellen Versagens.
Daher fordert die Landeselternvertretung verpflichtende und regelmäßige Fort- und Weiterbildungen zum Kinderschutz für alle pädagogischen Fachkräfte. Zudem müssten an allen Schulen verbindliche, wirksame und regelmäßig überprüfte Kinderschutzkonzepte eingeführt werden. Bei jedem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung seien klare Meldepflichten und ein sofortiges Eingreifen erforderlich. Hierbei dürfe es keine Relativierung und keine Rücksicht auf den Schutz der jeweiligen Institution geben.
Zudem betonte die Landeselternvertretung die Bedeutung von Präventionsarbeit. Kinder müssten befähigt werden, Grenzverletzungen zu erkennen und Hilfe zu suchen. Erwachsene trügen die Verantwortung, hinzusehen, zuzuhören und konsequent zu handeln.