Artikel teilen:

EKKW-Synode stellt Weichen für Zukunft

Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) hat bei ihrer dreitägigen Tagung in Hofgeismar Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Sparen, strukturelle Reformen, Mitgliederentwicklung sowie Fragen kirchlicher Gemeinschaft standen im Mittelpunkt. Landesbischöfin Beate Hofmann hob vor den Synodalen das Gemeinschaftspotenzial der Kirche hervor. In einer zerrissenen Gesellschaft könne die Kirche einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt leisten.

Zentraler Tagesordnungspunkt der Synode war die Verabschiedung des Doppelhaushalts 2026/2027. Insgesamt umfasst der Haushalt laut Vizepräsidentin Katharina Apel 305,5 Millionen Euro für 2026 und 302,8 Millionen Euro für 2027. Trotz steigender Personalkosten fielen die Defizite geringer aus als erwartet.

Für 2026 werden Apels Angaben zufolge rund eine Million Euro und für 2027 etwa 1,7 Millionen Euro für den Haushaltsausgleich benötigt. Einsparungen und eine unerwartet positive Entwicklung der Kirchensteuer im Jahr 2025 trügen dazu bei, dass nicht noch ein größeres Minus entstand. Bis Ende Oktober verzeichnete die EKKW 166,35 Millionen Euro Einnahmen aus den Hauptkirchensteuerarten, ein Plus von 3,72 Prozent. Für 2025 werde ein Wachstum von zwei Prozent erwartet, während ab 2026 erneut Rückgänge prognostiziert werden.

Auch der Rückgang der Mitgliederzahlen dauert an und beschäftigte die Synode. 2024 hatte die EKKW rund 23.000 Mitglieder verloren (minus 3,24 Prozent). Für 2025 wird insgesamt ein Rückgang von mehr als vier Prozent erwartet. Stellenabbau bleibt daher ein großes Thema für die Landeskirche. Von derzeit 727 Stellen sollen bereits im Plan 2026/27 insgesamt 43 Pfarrstellen und 32 unbefristete Stellen für Mitarbeitende entfallen. Angesichts sinkender Kirchensteuereinnahmen in den kommenden Jahren sei ein weiterer sozialverträglicher Abbau notwendig, sagte Apel.

Mit dem Beschluss des Stellenplans schuf die Synode die Voraussetzungen für die „Kirchenverwaltung der Zukunft“, die zum 1. Januar 2027 starten soll. Die bisher elf Kirchenkreisämter, das Stadtkirchenamt Kassel und Teile des Landeskirchenamts sollen zu einer gemeinsamen Organisation zusammengeführt werden, die weiterhin regional präsent bleibe. Rund 315 Stellen sollten dabei ohne Abbau in den landeskirchlichen Stellenplan überführt werden.

Im Bildungsbereich beschloss die Synode die Eingliederung der Evangelischen Akademie Hofgeismar in das neue „Forum Bildung und Gesellschaft“ zum 1. Januar 2026, um Ressourcen besser zu bündeln und Kosten zu senken. Die traditionsreiche Akademie soll demnach als Marke erhalten bleiben.

Ein besonderer Moment der Synode war die Verleihung des Gottesdienstpreises 2025: Die Kirchengemeinde Hanau-Großauheim wurde für eine Valentinstagsaktion ausgezeichnet, bei der 60 individuelle Segensgottesdienste für Paare gefeiert wurden.