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EKKW: Einsparungen verringern Defizite

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) sieht erste Erfolge in der Haushaltskonsolidierung. Vizepräsidentin Katharina Apel berichtete am Dienstag der kurhessischen Synode im nordhessischen Hofgeismar, dass sich das Sparen bereits positiv auswirke. Zugleich rief sie dazu auf, weiter zu sparen.

Das Kirchensteueraufkommen der EKKW lag demnach im Jahr 2024 bei rund 206,9 Millionen Euro und damit um 3,3 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Dies sei das zweite Jahr in Folge, in dem die Einnahmen gesunken seien. Zusätzliche Belastungen ergäben sich unter anderem durch das sogenannte Clearing-Verfahren der evangelischen Landeskirchen.

Für das laufende Jahr verzeichnete Apel bis Ende Oktober Erträge aus den Hauptkirchensteuerarten in Höhe von rund 166,35 Millionen Euro: ein Plus von 3,72 Prozent. Dieses unerwartete Wachstum sei vor allem auf Lohnerhöhungen zurückzuführen. Allerdings werde die EKKW die Mehreinnahmen infolge des Clearing-Verfahrens voraussichtlich nicht vollständig behalten können. Mithilfe dieses Kirchensteuerverrechnungsverfahrens soll jeder Landeskirche die Kirchensteuer erhalten, die die jeweiligen Mitglieder gezahlt haben. Für das Haushaltsjahr 2025 rechnet die EKKW laut Apel mit einem Plus von zwei Prozent.

Für die nächsten Jahre geht die Vizepräsidentin allerdings erneut von sinkenden Einnahmen aus: Für 2026 prognostiziere sie ein Minus von 1,5 Prozent, für 2027 ein Minus von zwei Prozent. Mit Blick auf den bevorstehenden Eintritt der Babyboomer-Generation in den Ruhestand sowie den Mitgliederrückgang kalkuliere die EKKW für 2028 und 2029 ebenfalls mit Rückgängen von zwei Prozent jährlich.

Laut Apel kann der Nachtragshaushalt 2025 ausgeglichen werden. Im Doppelhaushalt 2026/2027 zeigen sich dem Finanzbericht zufolge Fortschritte: Durch strukturelle Einsparungen von sieben Millionen Euro 2026 und 13,2 Millionen Euro im Jahr 2027 seien die erwarteten Defizite auf eine Million Euro beziehungsweise 1,73 Millionen Euro reduziert worden. Die Vizepräsidentin betonte, die Landeskirche gestalte aktiv den Wandel, um langfristig handlungsfähig zu bleiben. Über den Doppelhaushalt entscheiden die Synodalen am Mittwoch.