Die nächste Landessynode soll jünger werden: Deshalb schickt die Evangelische Jugend Bayern (EJB) bei der Wahl am Sonntag (7. Dezember) 34 junge Männer und Frauen ins Rennen. „Sie bringen genau das mit, was unsere Kirche jetzt braucht: Erfahrung aus der Jugendarbeit und weiteren kirchlichen Arbeitsfeldern, digitale Kompetenz, frische Ideen und den Mut, Dinge anders zu denken“, sagte der EJB-Vorsitzende Malte Scholz im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Der aktuelle Transformationsprozess der Landeskirche betreffe vor allem die Zukunft junger Menschen. Mit der Kampagne „#ehrensynode“ kämpfe die EJB dafür, dass junge Perspektiven nicht länger als Bonus behandelt, sondern strukturell verankert würden. „Wir wollen mitentscheiden, nicht nur mitdiskutieren dürfen“, so der 24-Jährige, der gerade seine Masterarbeit schreibt.
Gremienarbeit sei nicht für alle Jugendlichen attraktiv und neben Ausbildung, Berufseinstieg oder Familiengründung „ein echter Kraftakt“. Dass sich 34 Kandidierende gefunden haben, zeige: „Es gibt sie, die jungen Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.“ Nun seien die Wahlberechtigten in den 1.525 bayerischen Kirchenvorständen am Zug. Malte Scholz' Wunsch ist klar: Alle Stimmberechtigten sollten mindestens eine junge Person wählen, „nicht aus Mitleid, sondern aus Überzeugung“.
Es sei weniger riskant, jungen Menschen eine Chance zu geben, als „weiterzumachen wie bisher, während uns die Mitglieder weglaufen“. Die Kirche stehe vor massiven Veränderungen. Es brauche Menschen in der Synode, „die nicht nur für heute, sondern für morgen und übermorgen denken“, so der EJB-Vorsitzende.
Um die „Jugendquote“ von 20 Prozent zu erfüllen, die der Lutherische Weltbund (LWB) schon seit 1984 für kirchliche Gremienarbeit empfiehlt, sind in dem 108-köpfigen Kirchenparlament 22 Synodale bis 30 Jahre nötig. Bei der letzten Wahl 2019 hatten es nur neun bis 30-Jährige in das Gremium geschafft. (3776/01.12.2025)