Mehr Möglichkeiten für die Gedenkstätten- und Erinnerungsarbeit liefert der Anbau an die Mahn- und Gedenkstätte Wöbbelin (Landkreis Ludwigslust-Parchim), der am Dienstag eröffnet wurde. „Wöbbelin ist nicht nur der Ort, an dem das Museum, also die Mahn- und Gedenkstätte steht. Wöbbelin ist der Leuchtturm im ganzen Land, wenn es um Erinnerungsarbeit geht“, sagte Landrat Stefan Sternberg (SPD), Vorsitzender des Vereins Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim, am Dienstag bei der Eröffnung.
In den vergangenen Monaten sei die Mahn- und Gedenkstätte saniert und ein Anbau errichtet worden, es sei ein neues „Klassenzimmer“ für Unterrichtseinheiten und Veranstaltungen gebaut worden. Damit sei die Infrastruktur deutlich verbessert worden: Lehr- und Vermittlungsangebote wurden ausgeweitet, Führungen und Workshops können den Angaben zufolge fortan in modernen Räumlichkeiten stattfinden und die technischen Anforderungen an Ausstellungen sowie Archiv- und Büroflächen wurden erfüllt. Die Gesamtkosten der Sanierung und Erweiterung beliefen sich auf rund 750.000 Euro, hieß es.
Die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin erinnern zum einen an den Dichter Theodor Körner (1791-1813) und zum anderen an die Opfer des Konzentrationslagers Wöbbelin. Im August 1813 wurde Körner als Freiwilliger des Lützower Freikorps in den sogenannten Befreiungskriegen gegen Napoleon in der Nähe von Gadebusch tödlich verwundet und in Wöbbelin beigesetzt. Im Februar 1945 wurde bei Wöbbelin das letzte Außenlager des KZ Neuengamme eingerichtet. In der kurzen Zeit seines Bestehens waren über 5.000 Opfer des Hitler-Regimes im Lager Wöbbelin untergebracht. Die Häftlinge kamen aus mehr als 25 Nationen, fast 1.000 von ihnen starben infolge der extremen Haftbedingungen an Krankheiten, Hunger und Erschöpfung.