Einfach sicher zuhause: Tipps für Einbruchschutz

Im dunklen Winter sind die Sorgen vor Einbrechern besonders groß. Wirkt ein Haus oder eine Wohnung verlassen, könnten Täter eine günstige Gelegenheit wittern. Denn die Kriminellen achten darauf, dass die Objekte leerstehen. Bei der Vorbereitung des Raubzugs wird oft direkt geklingelt, sagt Kriminalhauptkommissar Rüdiger Voss.

„Der Täter oder die Täterin möchte keine Probleme haben und möchte auf keinen Fall erkannt werden. Er oder sie wollen einfach in Ruhe einbrechen“, erklärt er. „Da stört jeder Bewohnende. Entsprechend wird gern vorher geklingelt oder geklopft und wenn einer aufmacht hat der potentielle Einbrechende irgendeine Ausrede und geht wieder.“

Rüdiger Voss ist seit fast 30 Jahren bei der Polizei. Er ist stellvertretender Leiter der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle für Einbruchschutz in Hamburg. Solche kostenfreien Angebote gibt es im ganzen Bundesgebiet. Bürgerinnen und Bürger können sich hier bei Seminaren und in Ausstellungen beraten lassen, wie sie sich vor Einbrechern schützen können. In Hamburg hat man dafür in den Beratungsräumen eine Wohnung nachgebaut, inklusive Terrassentür.

„Das Fenster ist geprüft und zertifiziert, nach DIN 1627. Da gibt es knallharte Aufhebeltests“, sagt Voss. Sogenannte Pilzkopfzapfen würden verhindern, dass das Fenster mit einem Schraubendreher einfach aufgehebelt wird. „Außerdem haben wir hier einbruchhemmende Verglasung. Das heißt, schnell mal eben das Fenster einwerfen, durchgreifen und den Griff bewegen ist hier kaum möglich.“

Wer nicht gleich neue Fenster einbauen will, kann sich durch Licht wirkungsvoll schützen. Denn ein beleuchtetes Haus wirkt bewohnt und damit unattraktiv für Einbrecher. Dabei sollte die Beleuchtung möglichst realistisch sein, rät die Polizei. Das Licht sollte so eingeschaltet werden, dass man als Eigentümer selbst nicht direkt sehen kann, ob der Partner oder die Partnerin vielleicht zu Hause ist. Und wenn doch etwas passiert: unbedingt die Polizei informieren.

„Wenn Sie etwas feststellen, rufen Sie die 110. Wenn Sie einen Verdacht haben, rufen Sie die 110“, sagt Voss nachdrücklich. In solchen Situationen zähle jede Minute, erklärt der Sicherheitsexperte. „Wenn es eine Straftat gegeben hat, in jedem Fall eine Anzeige erstatten. Das geht in den meisten Bundesländern mittlerweile auch online.“

Die Mehrzahl der Einbrüche sind Gelegenheitstaten. Die Kriminellen schauen sich in einem Wohnviertel nach passenden Häusern oder Wohnungen um und schlagen zeitnah zu. Rund 80.000 Einbruchsdiebstähle verzeichnete die Polizei 2024 in ganz Deutschland. Dabei sind Einfamilienhäuser etwa genauso oft betroffen wie Mehrfamilienhäuser. Die meisten Einbrüche finden tagsüber statt.

„Viele Menschen machen sich leider erst Gedanken um die Sicherheit ihres Zuhauses, wenn es geknallt hat“, meint Kriminalhauptkommissar. „Einbruchschutz ist nicht so klar geregelt, wie zum Beispiel der Lärmschutz oder der Energieausweis für ein Gebäude.“ Wer auf Sicherheit achten möchte, kann sich an der DIN-Norm 1627 für Fenster und Türen orientieren.

Bundesweit informiert die Polizei auf der Webseite www.k-einbruch.de über Sicherheitsmaßnahmen und gibt Tipps, wie das Zuhause sicherer wird. Generell gilt: Beleuchtung und Wachsamkeit können helfen, das ungebetene Besucher, schnell wieder verschwinden.

Für den Fall, dass die Einbrecher beim Weglaufen beobachtet werden, hat Rüdiger Voss noch einen besonderen Tipp. Für die Personenbeschreibung bei der Polizei lohnt es sich, auf die Schuhe der Kriminellen zu achten. Denn eine Jacke oder eine Mütze können schnell gewechselt oder weggeworfen werden. „Aber die Schuhe ziehe ich nicht aus, wenn ich weglaufe. Man flüchtet ja nicht barfuß.“

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