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Ein fragwürdiger Held wird 220

John Brown ist eine Symbolfigur des weißen Widerstands gegen die Sklaverei. Bis heute beschäftigen sich amerikanische Künstler mit dem Mythos des militanten Abolitionisten, der 1800 geboren wurde.

Von Norbert von Fransecky

Der Song „John Brown’s body lies a-mouldring in the grave“ ist mit dem mitreißenden Refrain „Glory, Glory, Hallelujah!“ ein Ohrwurm, den wir in der Jugendgruppe zur ­Gitarre geschmettert haben. Über die Frage, ob dieser John Brown eine historische Person war, habe ich mir nie Gedanken gemacht. Von daher war ich mehr als überrascht, als ich bei einem Ausflug in den Norden des Bundesstaates New York in North Elba seine Farm und sein Grab entdeckte. Sie liegen im Schatten der Sprungschanzen von Lake Placid, die für die olympischen Winterspiele 1980 errichtet wurden und die bewaldeten Hügel der Adirondack Mountains noch heute futuristisch überragen.

Brown hatte das bescheidene Anwesen, heute ein Museum, 1855 erworben. Viel Zeit hat er dort allerdings nicht verbracht. Noch im selben Jahr ging er nach Kansas, wo sechs seiner Söhne lebten, um sich militanten Abolitionisten anzuschließen, die gegen die Sklaverei in den Vereinigten Staaten kämpften. Insgesamt hatte John Brown 18 Kinder, davon 13 mit seiner zweiten Frau, die mit einigen Kindern bis 1863 in North Elba blieb. (…)

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