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Ein Diplomat soll Venezuelas Opposition zum Sieg führen

Kurz vor Anmeldeschluss einigte sich Venezuelas Opposition auf einen gemeinsamen Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen Ende Juli. Diplomat Edmundo Gonzalez Urrutia soll Machthaber Nicolas Maduro herausfordern.

Venezuelas Opposition wird für die Präsidentschaftswahlen Ende Juli einen gemeinsamen Kandidaten nominieren. Wie die Tageszeitung “El Nacional” berichtet, einigte sich die “Plataforma Unitaria” am Freitagabend (Ortszeit) auf den Diplomaten Edmundo Gonzalez Urrutia (74). An diesem Samstag endete die Einschreibefrist.

“Dies ist eine großartige Nachricht für die venezolanischen Demokraten, die einen Wandel wollen. Wir haben einstimmig einen Kandidaten gefunden”, sagte Generalsekretär Omar Barboza nach der Nominierung von Gonzalez Urrutia. Dieser war in den 1990er Jahren als Botschafter für Venezuela tätig.

Der in den Umfragen führenden ursprünglichen Oppositionskandidatin Maria Corina Machado war die Kandidatur von der Justiz untersagt worden. Auch ihrer Ersatzvertreterin Corina Yoris wurde die Einschreibung in die Kandidatenliste verweigert. Der von der Regierung akzeptierte Kandidat Manuel Rosales fand indes innerhalb der Opposition nicht genügend Rückendeckung.

Venezuela leidet seit Jahren unter einer schweren Versorgungs- und Wirtschaftskrise. UN-Menschenrechtler berichteten über außergerichtliche Hinrichtungen, Folter und Unterdrückung der Opposition. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat Ermittlungen gegen das sozialistische Maduro-Regime wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufgenommen. Die Regierung weist dies als politische Kampagne zurück. In den vergangenen zehn Jahren hat ein Viertel der Bevölkerung des Land verlassen, insgesamt verlor Venezuela auf diese Weise rund acht Millionen Menschen.