Vier Wochen nach ihrem Tod soll die ehemalige Präses der evangelischen Landeskirche, Anneliese Kaminski (1936-2025), am 26. November auf dem Auferstehungsfriedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt werden. Die studierte Philologin war am 26. Oktober im Alter von 89 Jahren gestorben. Kaminski leitete von 1997 bis 2005 als erste Frau das Kirchenparlament, zunächst der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, ab 2004 der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.
Kaminski war von 1961 bis 1992 als Redakteurin der Zeitschrift „Die Zeichen der Zeit“ tätig. Von 1969 bis 1979 war sie auch Vorsitzende der Evangelischen Frauenarbeit in der DDR. Unter anderem schrieb sie ein Buch über Martin Luther King (1929-1968), dem sie bei seinem Besuch 1964 in der Ost-Berliner Sophienkirche begegnet war. Kaminski wurde mit dem Verdienstorden des Landes (2000), der Paul-Gerhardt-Medaille der Landeskirche (2002) und auf Beschluss des Berliner Senats als Stadtälteste (2008) ausgezeichnet.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) würdigte sie als Persönlichkeit, „die mit ihrem aufrechten Gang und ihrer klaren Haltung unserer Stadt und unserer Gesellschaft ein bleibendes Beispiel gegeben hat“. Sie sei zu DDR-Zeiten eine Stimme der Standhaftigkeit gegen die SED-Diktatur gewesen und habe für die Einheit der Kirche in Ost und West gekämpft. Kaminski habe gezeigt, dass Glauben und Freiheit untrennbar zusammengehören. Wegner nannte sie eine Wegbereiterin für Demokratie, Gleichberechtigung und Zusammenhalt.