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Dokumentarfilm als Rebellion gegen “kapitalistische Geldgier” geehrt

Der Dokumentarfilm „A History Of The World According To Getty Images“ hat die Große Klappe beim Duisburger Filmfestival „doxs!“ gewonnen. Der britische Regisseur Richard Misek habe mit dem Film eine Vielzahl von Archivbildern hinter der Paywall der Bildagentur Getty Images hervorgeholt und so für die Öffentlichkeit sichtbar macht, erklärten die Festivalmacher am Freitag in Duisburg. Der Europäische Filmpreis für politischen Kinder- und Jugenddokumentarfilm wird von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) gestiftet und ist mit 5.000 Euro dotiert.

Die Jugendjury des Preises lobte, Misek sei damit ein „Geniestreich“ gegenüber der „kapitalistischen Geldgier“ solcher Unternehmen gelungen. Sie bezeichnete die britisch-norwegische Koproduktion als „Akt der Rebellion“.

Im Zentrum des Films stehen den Angaben zufolge Archivaufnahmen von historischen Momenten, wie etwa der Niederschlagung der Demokratiebewegung in Peking 1989 oder den US-Atombombentests auf dem Bikini-Atoll in den 1940er-Jahren. Deren Urheberrecht sei ausgelaufen und liege nun in den Händen von kommerziellen Bilderarchiven wie Getty Images. Damit befänden sich viele Bilder von bedeutsamen Ereignissen „in privatem Besitz und werden der freien Nutzung entzogen“, sagte bpb-Präsident Thomas Krüger.

Eine lobende Erwähnung sprach die elfköpfige Jugend-Jury für den mexikanisch-belgischen Dokumentarfilm „Draw for Change: Somos Fuego / Draw for Change: Wir sind Feuer“ von Karen Vázquez Guadarrama aus. Darin geht es um den Kampf von Aktivistinnen gegen patriarchale Strukturen und sexualisierte Gewalt in Mexiko.

Die Duisburger Filmwoche steht diesem Jahr unter dem Motto „Im Geradeaus verlaufen“. Bis Sonntag stehen dort 23 Dokumentarfilme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auf dem Programm.