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Dönhoff-Preis an Internationales Komitee vom Roten Kreuz verliehen

Verständigung und Versöhnung: Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat den Marion-Dönhoff-Preis bekommen. Außerdem eine Organisation, die Menschen in armen Ländern mit Brillen versorgt.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und die gemeinnützige Organisation Ein-Dollar-Brille haben den diesjährigen Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung bekommen. Sie wurden am Sonntag im Hamburger Schauspielhaus ausgezeichnet, wie die “Zeit”-Verlagsgruppe mitteilte.

Das IKRK erhielt den Hauptpreis für seine Verdienste als Wächter über das humanitäre Völkerrecht, das sich seit seiner Gründung für die Opfer von bewaffneten Konflikten einsetze. Laudatorin Serap Güler (CDU), Staatsministerin im Auswärtigen Amt, beklagte, das humanitäre Völkerrecht werde in den heutigen Kriegen immer mehr mit Füßen getreten: “Kraftwerke und Krankenhäuser werden gezielt angegriffen. Zivilisten werden auf der Straße erschossen. Vergewaltigungen werden als Kriegswaffe eingesetzt. Kriegsgefangene werden gefoltert und ermordet. Kinder werden verschleppt.”

Die Verteidigung des humanitären Völkerrechts sei eine der großen Aufgaben unserer Zeit, fügte sie hinzu: “Und keine Institution war so zentral für die Entwicklung des humanitären Völkerrechts wie der diesjährige Preisträger.”

Angesprochen auf die Kürzungen des Etats für humanitäre Hilfe auch in Deutschland sagte Güler mit Blick auf die dadurch erschwerte Arbeit internationaler Hilfsorganisationen: “Ich finde das nicht nur bedauernswert, ich finde das beschämend.”

Der Arzt, TV-Moderator und Wissenschaftsjournalist Eckart von Hirschhausen hielt die Laudatio auf Ein-Dollar-Brille als Gewinner des Förderpreises. In verschiedenen Projektländern wie Kenia, Brasilien oder Indien ermögliche der Verein einen bezahlbaren Zugang zu Sehhilfen. Martin Aufmuth, der Gründer und Vorstandsvorsitzende des Vereins, der den Preis in Hamburg entgegennahm, sei auch “ein Beispiel dafür, was ein einzelner Mensch Gutes bewirken kann”.

Die jeweils mit 20.000 Euro dotierten Marion-Dönhoff-Preise haben die “Zeit”, die “Zeit”-Stiftung Bucerius sowie die Marion-Dönhoff-Stiftung in diesem Jahr zum 23. Mal vergeben. Marion Dönhoff (1909 – 2002) war Chefredakteurin und Mitherausgeberin der Wochenzeitung “Die Zeit” und gilt als eine der bedeutendsten Publizistinnen der Nachkriegszeit.