Diakonie: Ukraine-Krieg hat 15 Millionen Menschen traumatisiert

Im Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine konzentriert sich die humanitäre Hilfe nach Diakonie-Angaben auf die Frontregionen. In den zentraleren Teilen der Ukraine suchen unterdessen 3,6 Millionen Menschen Schutz.

Vier Jahre nach dem Großangriff Russlands auf die Ukraine sind nach Diakonie-Angaben rund 15 Millionen Menschen tief traumatisiert. Angriffe auf die Energieinfrastruktur gefährdeten das Überleben Hunderttausender Menschen bei anhaltender Winterkälte, erklärte der Leiter der Diakonie-Katastrophenhilfe, Martin Keßler, am Donnerstag in Berlin.

"Hunderttausende Menschen sind seit vielen Wochen bei Minusgraden ohne Strom, ohne Wasser oder ohne Heizung", so Keßler. Die Kälte werde in dieser Phase des Kriegs als Waffe eingesetzt, um die Menschen zu brechen. Damit habe der Krieg eine neue Dimension erreicht.

Mit Blick auf Gespräche zwischen Russland und der Ukraine betonte Keßler, der Schutz der Zivilbevölkerung dürfe nicht Verhandlungsmasse sein, sondern sei völkerrechtlich vorgeschrieben. Derzeit konzentriere sich die humanitäre Hilfe auf die Frontregionen. Unterdessen suchten in den zentraleren Teilen der Ukraine 3,6 Millionen Binnenflüchtlinge Schutz. Damit Vertriebene nicht gezwungen würden, wieder in die Frontregion zurückzukehren, müsse weiter versucht werden, in der gesamten Ukraine Hilfe zu leisten.

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat seit 2022 rund 79 Millionen Euro an Spenden für die Ukraine-Hilfe erhalten und eingesetzt. Zusätzlich erhält das evangelische Hilfswerk Mittel des Auswärtigen Amts für humanitäre Hilfe.

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