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Diakonie-Beratungsstellen finanziell stark unter Druck

Bei der Diakonie Bayern als Dachverband der diakonischen Träger im Freistaat häufen sich seit einigen Monaten die Meldungen von unterfinanzierten Beratungsstellen. So haben die diakonischen Werke in Passau, Landshut und Memmingen ihre Ehe- und Familienberatung aus finanziellen Gründen eingestellt, die Diakonie Hochfranken wird in Hof das Angebot Ende dieses Jahres auslaufen lassen. Hintergrund ist jeweils, dass die Zuschüsse entweder seit Jahren nicht erhöht oder aktuell sogar gekürzt wurden.

An etlichen Standorten steigt die Diakonie auch als Träger aus der Asylsozialberatung aus. Dort ist die Lage noch prekärer. Denn während bei den meisten Beratungsangeboten, die Wohlfahrtsverbände für Kommunen oder den Staat übernehmen, rund zehn Prozent der Kosten aus Eigenmitteln aufgebracht werden müssen, sind es bei der Asylsozialberatung im Schnitt 30 Prozent. „Das kann man sich auf Dauer nur leisten, wenn man in anderen Bereichen Geld verdient. Das ist im Sozialwesen fast unmöglich“, sagte ein Diakonie-Sprecher.

Der Bedarf an unabhängiger sozialer Beratung ist jedenfalls seit Jahren ungebrochen hoch. Im Bereich der Ehe- und Familienberatung etwa wurden 2015 rund 152.000 Beratungsstunden in Diakonie-Beratungsstellen erbracht, 2024 waren es rund 149.000 Stunden. Dabei sei die Zahl der Beratungsfälle und der Ratsuchenden zuletzt gestiegen. Der staatliche Zuschuss für den Bereich liege bayernweit seit 2015 bei rund 1,92 Millionen Euro. Alle Personal- und Sachkostensteigerungen habe die Diakonie seither selbst auffangen müssen. (0229/25.01.2026)