Das finanziell angeschlagene evangelische Sozialunternehmen Diakoneo will sich offenbar doch nicht komplett aus dem Gesundheitssektor zurückziehen. Wie das Unternehmen am Dienstag an seinem Hauptsitz im mittelfränkischen Neuendettelsau mitteilte, will man die Reha-Klinik in Ansbach, die Rangauklinik sowie das Gesundheitszentrum am Standort Ansbach selbst weiterbetreiben. Man sehe für die Einrichtungen „sehr gute Zukunftsperspektiven“, ein Verbleib bei Diakoneo sei „die beste Option“.
Ansonsten aber bleibt es beim Ausstieg aus dem Gesundheitsbereich: Für die beiden Kliniken Hallerwiese und die Cnopfsche Kinderklinik in Nürnberg sucht Diakoneo seit etlichen Monaten nach einem Käufer, bislang aber ohne Erfolg. Neue Eigentümer würden auch für die Gesundheitszentren in Neuendettelsau und in Schwabach gesucht. In Schwabach hatte Diakoneo im Juli als Gesellschafter des Klinikums Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Die Gesundheitssparte von Diakoneo hatte jahrelang millionenschwere Defizite eingefahren.
Für die Rangauklinik hat Diakoneo parallel zu den Verkaufsgesprächen ein eigenes Konzept entwickelt, heißt es in der Mitteilung. Als Schlüssel gilt dabei die strategische Erweiterung des Angebots. So soll das „Weaning“ ausgebaut werden, also die Entwöhnung von der maschinellen Beatmung. Der ab Januar 2026 bezugsfertige Ersatzneubau biete dafür „hervorragende Optionen“. So könne man die Positionierung als Fachklinik stärken. Die freiwerdenden Räumlichkeiten im Bestand sollen künftig für weitere Reha-Plätze genutzt werden.
Das Sozialunternehmen ist auch infolge der Corona-Pandemie in finanzielle Schieflage geraten. Nach langen Verhandlungen hatte Diakoneo im Januar 2025 seine Klinik „Diak“ im baden-württembergischen Schwäbisch-Hall an den Landkreis verkauft – und der Kommune 37 Millionen Euro an „negativem Kaufpreis“ überwiesen. Diakoneo ist mit rund 10.000 Mitarbeitenden einer der größen diakonischen Träger in Deutschland. (3624/18.11.2025)