Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Yasmin Fahimi, hält die Debatte über die Arbeitsmoral der Deutschen für eine Unverschämtheit. „Dieser Generalverdacht auf die Beschäftigten in diesem Land, die jeden Tag den Laden am Laufen halten, das ist wirklich nicht mehr erträglich“, sagte sie dem Radiosender Bayern 2 am Donnerstag. Dies sei eine „unverfrorene Frechheit“. Die Politik sollte sich stärker auf echte Wirtschaftspolitik konzentrieren, statt die Beschäftigten zu den Schuldigen der Wachstumsschwäche zu machen.
Die Vorschläge zur Reform des Sozialstaates hingegen begrüßte sie. „Wir brauchen den Sozialstaat, gerade auch in schweren Zeiten.“ Sie sei hoffnungsvoll, weil über Strukturreformen und nicht über Kürzungen gesprochen werde. Die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission zur Reform des Sozialstaats hatte diese Woche ihre Vorschläge vorgelegt. In dem Bericht empfiehlt das Gremium, Sozialleistungen zusammenzulegen, rechtliche Grundlagen zu vereinfachen und digitaler zu werden. Das Ziel: Ein für Bürgerinnen und Bürger sowie die Verwaltung gleichermaßen einfacheres Verfahren, das transparenter und gerechter werden soll. (0285/29.01.2026)