Die Bundesbürger recyceln immer mehr Elektrogeräte. 2024 wurden in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen knapp 758.000 Tonnen Elektro- und Elektronikaltgeräte recycelt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren 11.100 Tonnen oder 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr.
Weitere 17.600 Tonnen Altgeräte wurden zur Wiederverwendung vorbereite, das waren 1.200 Tonnen beziehungsweise 6,3 Prozent weniger als 2023. 127.000 Tonnen (13,8 Prozent) wurden einer sonstigen Verwertung zugeführt, 17.100 Tonnen beseitigt. Insgesamt wurden somit 920.000 Tonnen Elektro- und Elektronikaltgeräte recycelt, anderweitig verwertet oder beseitigt. Die Recyclingquote, also der Anteil der recycelten oder zur Wiederverwendung vorbereiteten Geräte, veränderte sich 2024 mit 84,3 Prozent gegenüber dem Wert von 2023 (84,5 Prozent) kaum.
Umwelthilfe: Zu wenig Recycling
Die Deutsche Umwelthilfe sprach "katastrophal niedrigen Sammelzahlen". Jährlich gingen in Deutschland mehr als drei Millionen Tonnen neue Elektrogeräte über den Ladentisch. Deutschland sei gesetzlich verpflichtet, eine Quote von 65 Prozent davon zu sammeln. Mit einer Quote von lediglich 28,7 Prozent reiße die Bundesrepublik zum sechsten Mal in Folge die EU-Sammelvorgabe. Auch die Wiederverwendungsquote sei mit lediglich 1,9 Prozent katastrophal niedrig.
Die Umweltorganisation forderte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) auf, Hersteller vollständig für die Sammlung und Entsorgung von Elektroschrott zur Verantwortung zu ziehen. "Durch einen Systemwechsel zu einer vollständigen Herstellerverantwortung könnten hierzulande jährlich bis zu 810.000 Tonnen Rohstoffe im Wert von über zwei Milliarden Euro zusätzlich zurückgewonnen und bis zu 39.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden."
Knapp ein Drittel (32,8 Prozent beziehungsweise 301.500 Tonnen) aller 2024 angenommenen Elektro- und Elektronikaltgeräte waren Kleingeräte. Zu dieser Kategorie zählen unter anderem kleine Haushaltsgeräte wie Staubsauger, Toaster oder Bügeleisen, aber auch Toner und E-Zigaretten. Ein weiteres gutes Viertel (27,2 Prozent beziehungsweise 250.600 Tonnen) aller angenommenen Geräte waren Großgeräte (ohne Photovoltaikmodule) wie Waschmaschinen, Elektroherde oder auch Pedelecs. Knapp ein Fünftel (19,2 Prozent beziehungsweise 176.700 Tonnen) aller angenommenen Geräte waren Wärmeüberträger, zu denen Kühl- und Gefrier- sowie Klimageräte zählen.
