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Deutsch geprägte Städte mit bester Lebensqualität in Rumänien

In ganz Rumänien gibt es wohl nur noch rund 10.000 Angehörige der deutschsprachigen Minderheit, die hier im Mittelalter viele Städte gründete. Viele gehören heute noch zu den lebenswertesten des Landes, so ein Ranking.

Die Stadt Temeswar (Timisoara, Temeschburg) belegt landesweit den ersten Platz im neuen rumänischen Ranking “Orasul perfect” (Die perfekte Stadt). Gefolgt wird die westrumänische Stadt von der Hauptstadt Bukarest und dann von weiteren zumeist deutsch geprägten Großstädten, wie die “Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien” am Freitag (online) berichtet.

Die Analyse vergleicht die Lebensqualität in 17 rumänischen Großstädten nach sieben zentralen Kriterien: Infrastruktur, Gesundheitssystem, Luftqualität, Zugang zu Natur, kulturelles Angebot, Lohnniveau und finanzielle Stabilität. Das im Mittelalter von deutschen Siedlern neugegründete Temeswar punktet demnach heute mit stabiler Wirtschaft, guten Gehältern und guter internationaler Anbindung. Herausforderungen seien zunehmend dichter Verkehr und steigende Immobilienpreise, die die Lebensqualität spürbar beeinflussten.

Die Hauptstadt Bukarest bietet laut Befund die höchsten Einkommen und einen breiten Arbeitsmarkt, verliert aber Punkte aufgrund von Staus, Überfüllung und Luftverschmutzung. Platz drei belegt die siebenbürgische Universitätsstadt Cluj-Napoca (Klausenburg), die vor allem junge Menschen anzieht. Dank seiner Rolle als IT-Hub überzeugt es wirtschaftlich – leidet aber auch unter intensivem Verkehr und hohen Wohnkosten.

Sibiu (Hermannstadt), ebenfalls in Siebenbürgen, und Oradea (Großwardein) an der Grenze zu Ungarn folgen gleich dahinter auf den Plätzen vier und fünf. Hermannstadt punktet mit guter Infrastruktur, Nähe zur Natur und höheren Gehältern, kämpft aber mit einem engen Arbeitsmarkt und steigenden Immobilienpreisen. Großwardein gilt als Vorzeigeprojekt erfolgreicher Stadtmodernisierung durch EU-Mittel. Die Stadt bietet ein sauberes, modernes Umfeld, allerdings weniger Beschäftigungsmöglichkeiten.

Das von den ungarischen Szeklern gegründete Targu Mures (Neumarkt am Mieresch) im Osten Siebenbürgens und Brasov (Kronstadt) am Karpatenrand runden die Top sieben ab. Targu Mures wird geschätzt für Ruhe, Sauberkeit und ein gut entwickeltes Gesundheitssystem – bei allerdings nur kleinem Arbeitsmarkt. Brasov profitiert von schöner Landschaft und einer soliden Lebensqualität, hat jedoch laut Studie nur begrenzte wirtschaftliche Perspektiven.