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Demonstranten stecken Medienhäuser in Bangladesch in Brand

Aktuelle Demonstrationen in Bangladesch eskalieren – Medienhäuser brennen, und Journalisten müssen aus Gebäuden gerettet werden. Hintergrund ist ein Mord.

Bei Protesten wegen der Ermordung des prominenten Jugendführers Sharif Osman Hadi ist es am Freitag in Dhaka zu gewaltsamen Protesten von Tausenden Demonstranten gekommen. Die Redaktionen der führenden Zeitungen “Prothom Alo” und “Daily Star” seien in Brand gesteckt und verwüstet worden, berichteten Medien aus Bangladesch. Journalisten und Redakteure seien von der Feuerwehr aus den brennenden Gebäuden gerettet worden.

Die beiden Zeitungen gelten als indienfreundlich. Hadi, ein Anführer der studentischen Protestgruppe Inqilab Mancha, war ein offener Kritiker Indiens. Die ehemalige Premierministerin Sheikh Hasina lebt seit ihrem Sturz durch einen Studentenaufstand im August 2024 im Exil in Indien.

Der 32-jährige Hadi, Schlüsselfigur des Aufstands gegen Hasina, war in der vergangenen Woche in Dhaka, Hauptstadt von Bangladesch, von maskierten Bewaffneten erschossen worden, als er eine Moschee verließ. Nach dem Attentat war er zur ärztlichen Behandlung nach Singapur ausgeflogen worden, wo die Behörden am Donnerstag seinen Tod bekannt gaben. Nach Hadis Tod versammelten sich seine Anhänger in Dhaka und forderten, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.

Auslöser der früheren Studentenproteste im Sommer 2024 war ein Quotensystem bei der Vergabe von Beamtenjobs. Durch das gewaltsame Vorgehen gegen die Demonstranten entwickelte sich ein Volksaufstand, der am 5. August 2024 in dem Sturz der korrupten Regierung und der Flucht von Premierministerin Hasina nach Indien gipfelte. Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus akzeptierte die Forderung der Studenten, eine Übergangsregierung zu leiten und Bangladesch von Grund auf zu reformieren.