Die Katholische Frauengemeinschaft im Bistum Trier lehnt ein Sexkaufverbot ab. Stattdessen brauche es mehr Schutz und Rechte für Sexarbeiterinnen. Der Verband stellt sich damit gegen die Bundestagspräsidentin.
Nein zu einem Sexkaufverbot in Deutschland sagt die Katholische Frauengemeinschaft im Bistum Trier. Ein solches Gesetz nach dem sogenannten Nordischen Modell führe nicht zur Abschaffung der Prostitution, sondern dränge das Gewerbe an den Rand der Gesellschaft, erklärte der Verband am Dienstag in Trier. Indirekt kritisiert die Frauengemeinschaft damit auch die aus Rheinland-Pfalz stammende Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU). Diese hatte sich im November offen für eine solche Gesetzesinitiative gezeigt.
Nach mehr als zehnjähriger Auseinandersetzung mit Prostitution und Sexarbeit komme katholische Frauengemeinschaft zu dem Schluss, dass ein Verbot die Situation der Betroffenen eher verschlechtern würde, heißt es weiter. Während das Anbieten sexueller Dienstleistungen weiterhin legal wäre, würden Kundinnen und Kunden strafrechtlich verfolgt – sofern Verstöße überhaupt entdeckt würden.
Dies verstärke Stigmatisierung und erschwere den Zugang zu Schutz und Unterstützung. Sexarbeiterinnen gerieten dadurch stärker in Abhängigkeiten und seien Ausbeutung eher ausgeliefert.
Erforderlich sei stattdessen, die Rechte der in der Sexarbeit Tätigen zu stärken, den Zugang zu Beratung und Ausstiegsmöglichkeiten zu verbessern und gezielt gegen Menschenhandel vorzugehen, fordert der Verband. Die häufig geäußerte Behauptung, Deutschland sei das “Bordell Europas”, sei nicht wirklich belegt. So gebe es in Europa sowohl Länder mit Sexkaufverboten als auch Staaten, in denen Sexarbeit – wie in Deutschland – erlaubt und reguliert sei.