Das DB Museum Nürnberg zeigt ab dem 25. Januar eine kleine Ausstellung zum sogenannten „Auschwitz-Album“. Wie das Museum am Dienstag mitteilte, bereiteten die Deutsche Bahn und die israelische Gedenkstätte Yad Vashem Material des Auschwitz-Albums in der DB Akademie in Potsdam auf. Es gelte als das einzige erhaltene fotografische Zeugnis für den Ablauf des Massenmords im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau durch das nationalsozialistische Regime.
Die Fotos wurden von Angehörigen der SS 1944 erstellt und zeigen „in erschütternder Deutlichkeit die Ankunft deportierter jüdischer Menschen aus Ungarn an der berüchtigten Rampe in Auschwitz-Birkenau“, hieß es. Warum das Album angelegt wurde, sei unklar. Es umfasst 56 Seiten mit 193 Fotos.
Durch Zufall wurde das Album von der jüdischen Gefangenen Lilly Jacob 1945 in einem verlassenen Quartier der SS-Wachmannschaft gefunden und für die Nachwelt gesichert, so die Mitteilung weiter. Das Album diente im ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess als wichtiges Beweisstück. 1980 übergab Lilly Jacob das Album an die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. 1999 wurde es digitalisiert. Aus dem Material fertigte die Ausstellungsabteilung der Gedenkstätte eine kleine Schau, die auch online zur Verfügung steht.
In Yad Vashem erinnert ein Denkmal an die Millionen von Jüdinnen und Juden, die von überall in Europa unter unmenschlichen Bedingungen in die Vernichtungslager transportiert wurden. Im Jahr 2024 wurde das Denkmal restauriert, dessen zentrales Element ein originaler gedeckter Reichsbahn-Güterwagen ist. In der Ausstellung in Nürnberg werde auch ein Film gezeigt, der die Restaurierung des Denkmals dokumentiert.
Die Ausstellung ist bis zum 26. April zu sehen. Anlässlich des „Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ bietet das Museum am 25. Januar zwei kostenlose Führungen an. Ab dem 8. Februar findet zudem jeden Sonntag ein kostenloser Rundgang statt. (0171/20.01.2026)