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Das Stichwort: Silvester und Neujahr

Seit der julianischen Kalenderreform in der Antike wurde das bürgerliche Jahr am 31. Dezember abgeschlossen. Im Mittelalter existierten jedoch nebeneinander verschiedene kirchliche Jahresanfänge. Der 31. Dezember erhielt seinen Namen „Silvester“ im Gedenken an den Todestag von Papst Silvester I. im Jahr 335. Die gregorianische Kalenderreform unter Papst Gregor XIII. im 16. Jahrhundert passte das Schaltsystem genauer an das Sonnenjahr an, ohne den Jahresanfang oder das Jahresende zu verändern.

Während der 1. Januar als weltlicher Jahresanfang seit der Antike verbreitet war, setzte er sich in Europa kirchlich und gesellschaftlich erst im Laufe des Mittelalters und der frühen Neuzeit allmählich durch und wurde in der Neuzeit zunehmend allgemein anerkannt.

Obwohl der Silvestertag nach einem Papst benannt ist, handelt es sich beim Jahreswechsel nicht um ein christliches Fest. Schon bei Römern und Germanen war der Übergang in das neue Jahr von Riten und Volksbräuchen begleitet. Dazu gehörten Lärmrituale zur Abwehr böser Geister des alten Jahres sowie Formen der Zukunftsdeutung. Diese vorchristlichen Traditionen wirken bis heute fort, etwa im Feuerwerk oder in Neujahrsorakeln und Horoskopen.

Das Kirchenjahr beginnt unabhängig davon mit dem ersten Advent. Dennoch begehen die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland den Jahreswechsel mit Gottesdiensten und Andachten. Am Silvesterabend finden vielerorts Andachten statt, und kurz vor Mitternacht läuten in vielen Städten die Glocken der großen Kirchen. Auch am Neujahrstag werden häufig Gottesdienste gefeiert.