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Das Stichwort: Orden Pour le mérite

Der Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste (Französisch: „für das Verdienst“), dem rund 80 ausgewählte Wissenschaftler und Künstler aus Deutschland und aller Welt angehören, versteht sich als disziplinübergreifende Vereinigung. Gegründet wurde er 1842 von Preußen-König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861). Der Orden sollte Geistesgrößen der unterschiedlichsten Disziplinen und Künste aus dem In- und Ausland zusammenbringen. Nach dem Statut waren nur Männer als Mitglieder vorgesehen. Theologen waren zunächst ausgeschlossen.

Erster Kanzler war der Naturforscher Alexander von Humboldt (1769-1859). Der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, der Dichter und Orientalist Friedrich Rückert, der Rechtshistoriker Friedrich Carl von Savigny und der Geologe Christian Leopold von Buch waren die ersten Ordensmitglieder. Der Kirchenhistoriker Adolf von Harnack wurde 1902 als erster Theologe in den Orden aufgenommen und wurde von 1923 bis 1930 auch Ordenskanzler.

1952 wurde die Künstler- und Gelehrtenvereinigung von Bundespräsident Theodor Heuss (1884-1963) wiederbelebt und steht heute unter dem Protektorat, sprich der Schirmherrschaft, des Bundespräsidenten. Aktuell gehören dem Orden 36 inländische und 37 ausländische Mitglieder an, darunter 17 Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger.

Darunter sind unter anderem der Dirigent Daniel Barenboim, der Philosoph Jürgen Habermas, der Kunsthistoriker Horst Bredekamp und der Architekt Sir Norman Foster. Weitere Ordensmitglieder sind der Schriftsteller Durs Grünbein, Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, die Biologin Christiane Nüsslein-Volhard, der schwedische Genetiker und Paläontologe Svante Pääbo, der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Robert M. Solow und der Regisseur Wim Wenders.