Weihnachten ist das Fest des Lichts. Licht werden – licht werden – das geschieht, wenn ich mich entscheide, den Weg zur Krippe mitzugehen. Licht werden – licht werden – das geschieht, wenn ich die wunderbare Botschaft von Weihnachten in mein Herz lasse: Gott wird Mensch in Jesus Christus. Seine gottgegebene Menschlichkeit strahlt aus, erhellt die Herzen all derer, denen Jesus begegnet. Er ist eine Lichtgestalt, dem das Dunkel nie unbekannt war.
In unseren Breitengraden können wir diese Hoffnung auf Gottes Dasein als Licht im Dunkel deutlich machen mit Zeichen wie dem wachsenden Licht des Adventskranzes und dem Licht am Weihnachtsbaum. Wenn wir die Kerzen anzünden, „spenden“ wir Licht – diese Begrifflichkeit zeigt, dass wahres Licht weder machbar noch stets verfügbar ist.
Licht im Film: Nichts bleibt im Dunkeln
Mich beschäftigt das Licht auch als Filmliebhaberin. In der Filmkunst entsteht jede Szene aus dem Verhältnis von Licht und Schatten. Erst wenn Licht auf etwas fällt, wird sichtbar, was zuvor verborgen war: ein Gesicht, ein Zögern, ein ganzes Gefüge aus Beziehungen. Licht schenkt Orientierung. Es verleiht Form und Würde. Und es erzählt immer auch davon, dass nichts ganz im Dunkeln bleiben muss. Diese Erfahrung prägt meinen Blick auf die Weihnachtsgeschichte. Der Stall von Bethlehem ist kein Ort großer Helligkeit. Er ist ein Raum der Enge, der Unsicherheit, ein Unterschlupf für eine Familie auf der Suche nach Schutz. Gerade dort, mitten in einem politischen und sozialen Umfeld, das damals wie heute von Unruhe, Gewalt und Angst gezeichnet war, beginnt Gottes Licht. Nicht überwältigend, nicht blendend, sondern leise und verletzlich. Das Kind in der Krippe ist ein starkes, ein helles Signal des Widerspruchs: ein Licht, das die Dunkelheit ernst nimmt und ihr dennoch die letzte Deutung entzieht.In unserer Welt, wie sie uns in diesen Monaten wieder begegnet, wirkt dieses Bild erstaunlich gegenwärtig. Viele Menschen erleben Krieg und Vertreibung, Hoffnungslosigkeit und Verlust. Auch bei uns sind die Zeichen der Unsicherheit sichtbar: ökonomische Sorgen, gesellschaftliche Spannungen, der raue und oft unversöhnliche Ton in politischen Auseinandersetzungen. In vielen Gesprächen spüre ich, wie sehr Menschen heute nach einem Licht suchen, das ihnen den Weg zeigt – entweder für den nächsten Schritt oder im besten Fall auch mit Licht für einen Überblick, um sich gut zu orientieren und richtige Entscheidungen zu treffen. Sie hoffen auf ein Licht, das in die Herzen dringt und manch eigene Enge weitet und hell macht. Sie fragen nach einer Hoffnung, die nicht einfach überdeckt, sondern trägt. Weihnachten lädt uns ein, dieses Licht neu wahrzunehmen.Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
