Die Geschichte des Klosters Ittingen (Kanton Thurgau) reicht über 900 Jahre zurück. Rund 700 Jahre lang leben hier Mönche. Mitte des 12. Jahrhunderts wandeln die Truchsessen ihre Burg in ein Kloster um. Sie gründen ein Chorherrenstift und treten selbst in den Augustinerorden ein. 1461 erwirbt der Kartäuserorden das verarmte Chorherrenstift Ittingen.
Ein großer Kreuzgang mit den Zellen für die Einsiedlermönche muss angebaut werden. Die Kartäuser verschließen ihre Kirche für das Volk. Doch gerade die Frauen von Warth sind erbost, sie dringen in die Kirche ein und bleiben so lange, bis ihnen eine eigene Kapelle versprochen wird. Sie thront bis heute oberhalb der Kartause.
Nach dem Ittinger Sturm 1524, der das Kloster nahezu komplett zerstört hat, kehren die geflohenen Mönche nur zögernd zurück, so dass der Wiederaufbau viel Zeit kostet. Erst 1553 kann eine neue Kirche eingeweiht werden, die im 18. Jahrhundert barock ausgestattet wird. 1848 wird das Kloster aufgehoben, das Ende der Kartäuser-Gemeinschaft in Ittingen.
Ab 1867 wird in der leerstehenden Klosteranlage mehr als hundert Jahre Landwirtschaft betrieben. Heute ist die Kartause Tagungszentrum und beherbergt zwei Museen. Sie liegt rund dreißig Kilometer von Konstanz entfernt und gehört zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern des Bodenseeraumes. (0655/25.03.2024)