Großformatige Bilder, Plastikmüll und Licht: In diesem Dreiklang inszeniert die evangelische Kirche Unser Lieben Frauen in der Bremer Innenstadt bis kurz vor Ostern eine Ausstellung zu einem globalen Thema, der Umweltkrise durch Plastikmüll. Im Mittelpunkt steht eine Installation der Worpsweder Künstlerin Birte Hölscher. Die Ausstellung trägt laut Initiatoren den Titel „Crazy Diamond“ (verrückter Diamant) und ist bis zum 2. April 2026 geöffnet.
Ausstellung regt zum Nachdenken über Plastik an
Im Verlauf einer Islandreise hat Birte Hölscher fünf Säcke mit Müll aus dem Ozean gesammelt. „Ich kann einfach nicht wegsehen“, sagte die Künstlerin zu ihrer Installation, mit der sie Besucherinnen und Besucher dazu anregen will, über den Umgang mit Plastik nachzudenken und die Umwelt zu schützen. Außerdem sind textile Wandarbeiten der Isländerin Hrafnhildur Sigurdardóttir und illuminierte Beutel mit Plastikobjekten des hannoverschen Lichtkünstlers Franz Betz zu sehen.
Die Ausstellung mache die Dramatik der Umweltzerstörung sichtbar, sagte Gemeindepastor Stephan Kreutz. „Die Besuchenden werden nicht verurteilt, sondern als Mitdenkende und Handelnde angesprochen. Damit passt die Ausstellung in die Passionszeit, wo das Leiden Christi, das Leiden der Menschen und eben auch der ganzen Schöpfung in den Blick genommen wird.“
Ausstellung macht globale Umweltkrise sichtbar
Die weltweite Vermüllung durch Plastik gehört nach Einschätzung von Umweltschützern etwa des WWF zu den drängendsten Umweltkrisen. Aktuell schwimmen Schätzungen zufolge 80 bis 150 Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren. Das entspreche dem Gewicht von 15.000 Eiffeltürmen oder der Hälfte der gesamten Weltbevölkerung.
Für 60 bis 95 Prozent der weltweiten Plastikverschmutzung der Meere sei Einwegplastik verantwortlich, hieß es. Jedes Jahr fließe eine Plastikflut von mehr als 19 Millionen Tonnen Plastikmüll in Meere und Gewässer. „Wenn das so weitergeht, könnte es im Jahr 2050 nach Gewicht berechnet mehr Plastik im Meer geben als Fische.“
