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Christlicher Verein in Bayern gegründet – Erinnerung an Ellen Ammann

Ellen Ammann zählte einst zu den ersten Frauen im Bayerischen Landtag. Die gebürtige Schwedin engagierte sich intensiv für die Kirche. Ein neuer Verein will ihr Wirken nun fortführen.

In Bayern gibt es einen neuen Verein mit karitativ-christlicher Ausrichtung: “Die Weg-Gefährtinnen Ellen Ammanns” aus München haben sich eine Rechtsform gegeben. Bislang waren sie nach eigenen Angaben vom Sonntag ein loser Zusammenschluss; nun haben 14 Frauen einen eingetragenen Verein gegründet, um dem Wirken im Sinne der kirchlichen Aktivistin Ammann (1870-1932) eine zukunftsfähige Form zu geben. Die Weg-Gefährtinnen Ellen Ammanns wollen laut Satzung einen “diakonischen Dienst an den Mitmenschen aus dem christlichen Glauben heraus leisten und fördern und damit die Grundanliegen Ellen Ammanns in die heutige Zeit übersetzen”.

Dies erfolge auf individuelle Weise, hieß es weiter. Zudem nähmen die Mitglieder an gemeinschaftlichen Besinnungstagen teil und pflegten eigenständig ein spirituelles Leben, unter anderem in Form des Vespergebets der Kirche. “Die Mitglieder des Vereins legen keine Gelübde ab, sind aber für Frauen offen, die dies getan haben – etwa für Schwestern des Säkularinstituts Ancillae Sanctae Ecclesiae, das von Ellen Ammann 1919 als ‘Vereinigung der Diakoninnen’ gegründet wurde.”

Zur Vorsitzenden des Vereins wurde den Angaben zufolge Elfriede Schießleder (68) gewählt. Die Theologin und Pastoralreferentin ist die Ellen-Ammann-Beauftragte des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), Landesverband Bayern, und stammt aus dem Bistum Passau. Zur Stellvertreterin wurde Brigitte Tarras aus dem Bistum Regensburg bestimmt. Die zur Schatzmeisterin erkorene Juliane Wiesner kommt aus der Erzdiözese München und Freising, ebenso wie Schriftführerin Irene Demling sowie die Kassenprüferinnen Rita Schulz und Eva-Maria Heerde-Hinojosa.

Ellen Ammann zählte 1919 zu den ersten Frauen im Bayerischen Landtag. Als einzige von ihnen wurde die Abgeordnete der Bayerischen Volkspartei bis zu ihrem Tod stets wiedergewählt. Die gebürtige Schwedin gründete unter anderem die katholische Bahnhofsmission in München, die Vorgängereinrichtung der Katholischen Stiftungshochschule, den katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit In Via und die Bayerische Polizeiseelsorge. Auch der KDFB in Bayern wurde 1911 von Ammann initiiert.