Christliche Fastenzeit und Ramadan fallen in diesem Jahr zusammen

Die christliche Fastenzeit und der muslimische Ramadan beginnen in diesem Jahr am selben Tag: Mittwoch, den 18. Februar. Auch die Fastenzeit der Baha'i fällt in diesen Zeitraum (02. bis 21. März 2026), wie die bayerische evangelische Landeskirche am Freitag in München mitteilte. Aleviten haben bereits am 11. und 12. Februar ihre Hizir-Fastentage gehalten.

„Gerade in diesen herausfordernden Zeiten suchen wir als religiöse Menschen das Verbindende“, erklärte der evangelische Landesbischof Christian Kopp. „Wir halten daran fest, dass jeder Mensch von Gott gewollt ist. Wir träumen von einer Welt, die friedlich und gut für alle sein kann. Dafür beten wir und dafür setzen wir uns mit all unserer Kraft ein.“

Die christliche Fastenzeit dauert immer 40 Tage vom Aschermittwoch bis zum Osterfest, das auf dem ersten Sonntag nach dem Frühlings-Vollmond liegt. Sie endet heuer am 4. April. Das sind 46 Kalendertage - doch die Sonntage werden herausgerechnet: Am „Tag des Herrn“ darf nicht gefastet werden.

Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender, dauert heuer bis 20. März und endet mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens. Da dieser Kalender nur 354 Tage umfasst, wandert der Fastenmonat jedes Jahr um elf Tage weiter.

Fastenzeiten sind laut Landeskirche im religiösen Leben von Christen wie Muslimen besondere Zeiten der Besinnung, der inneren Ausrichtung auf Gott und der Verantwortung für andere. Dankbarkeit, bewussteres Leben und der Blick auf Menschen in Not gehören in beiden Traditionen dazu.

Zugleich unterschieden sich Praxis und Stellenwert deutlich: Die christliche Fastenzeit sei heute oft eine individuell gestaltete Zeit des Verzichts, etwa auf bestimmte Lebensmittel oder Gewohnheiten. Das Fasten im Ramadan hingegen gehört zu den fünf Säulen des Islams und ist verbindlich: Von Morgendämmerung bis Sonnenuntergang wird auf Speisen und Getränke verzichtet, verbunden mit Gebet, innerer Reinigung und der Unterstützung Bedürftiger.

Diakon Dietmar Frey, Geschäftsführer des Münchener Rats der Religionen, lud auf Facebook ein: „Nutzt die Zeit für gemeinsame Begegnungen, wechselseitige Einladungen, gemeinsames Lesen der Heiligen Schriften und Engagement in karitativen Projekten.“

An vielen Orten in Bayern laden Moscheegemeinden zum Iftar-Fastenbrechen ein oder begehen es gemeinsam mit Kirchengemeinden. Öffentliche Iftar-Abende - mit Anmeldung - finden etwa am 26. Februar in Augsburg von Religions for Peace statt, am 6. März in Kempten mit dem Sozialdienst muslimischer Frauen und am 14. März in München in der Evangelischen Olympiakirche mit dem Interkulturellen Dialogzentrum Idizem. (0455/13.02.206)

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