Die chinesische Zeichnerin, Performance- und Videokünstlerin Evelyn Taocheng Wang ist am Freitag in Köln mit dem diesjährigen Wolfgang-Hahn-Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig ausgezeichnet worden. Das Preisgeld in Höhe von bis zu 100.000 Euro fließt in den Erwerb der Installation „Friendship“ für die Sammlung des Museums ein, wie die Organisatoren mitteilten. Die Installation ist in einer Ausstellung vom 8. November bis zum 18. Januar zu sehen.
In ihren Arbeiten erforscht die 1981 geborene Wang, die mittlerweile in Rotterdam lebt und arbeitet, kulturelle Identitäten und soziale Beziehungen. Der Titel „Friendship“ ihrer Installation bezieht sich auf ein gleichnamiges Bild der nordamerikanischen Malerin Agnes Martin (1912-2004). Für ihre Gemälde wählt Wang jeweils einen Hintergrund aus Martins geometrisch-minimalistischen Bildern, den sie per Bezeichnung im Bild benennt und in händischer Kopie komplett übernimmt. Diesen Hintergrund ergänzt Wang unter anderem um gemalte Kuchenstücke und Figuren aus der „Sendung mit der Maus“. Dabei trete die Künstlerin teilweise in direkten Dialog mit den Besuchern, hieß es.
Durch eine skulpturale Installation aus zwei Rundtoren im Museum Ludwig lädt Wang dazu ein, in die Präsentation einzutreten und diese mit allen Sinnen zu genießen. Eine Videoarbeit ergänzt die Installation.
Der Wolfgang-Hahn-Preis wird jährlich von der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig vergeben. Mit der Auszeichnung werden vor allem zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler geehrt, die sich in der Szene durch ein international anerkanntes Werk bereits einen Namen gemacht haben, in Deutschland aber noch vergleichsweise unbekannt sind. Benannt ist der Preis nach dem Kölner Sammler und Gemälderestaurator Wolfgang Hahn (1924-1987). Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Francis Alÿs, Rosemarie Trockel und Isa Genzken.