Mit zahlreichen Veranstaltungen ist am Samstag in Chemnitz der Abschluss des europäischen Kulturhauptstadtjahres 2025 gefeiert worden. Rund 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nahmen an einem offiziellen Empfang im Chemnitzer Industriemuseum teil. Die Leiterin der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, Barbara Gessler, betonte in ihrer Rede: „Chemnitz hat es geschafft, gemeinsam mit der Region etwas aufzubauen, was die Menschen in den Mittelpunkt stellt.“
In der Kulturhauptstadt seien europäische Geschichten erzählt worden. „Europa wird gelebt und lebbar gemacht“, sagte Gessler. Der Programmgeschäftsführer von Chemnitz 2025, Stefan Schmidtke, betonte die Bedeutung des Chemnitzer Kulturhauptstadtmottos „C the Unseen“: Das Jahr sei „ein großes Projekt der Wahrnehmung geworden“. Entstanden sei ein „Netz aus Gesprächen, des Austauschs und der Gemeinschaftlichkeit“.
Rund 400 Institutionen und Träger waren am Programm mit rund 2.000 Veranstaltungen beteiligt. Mehr als zwei Millionen Menschen nutzten die Angebote seit der Eröffnung am 18. Januar. Der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) sagte: „Nie zuvor ist die Stadt und die Region so gesehen worden.“
Angestoßen hatte die Kulturhauptstadt-Bewerbung die frühere Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD). Die Zusage für den Titel gehöre zu den schönsten Erlebnissen ihres Berufslebens. „Alles hat sich gelohnt: das Zweifeln, die Ideen, der Mut“, resümierte sie.
Chemnitz feiert noch bis Sonntag den Abschluss des Kulturhauptstadtjahres. Bei einer „Europäischen Bergparade“ am Samstagnachmittag präsentierten sich mehr als 1.000 Beteiligte in Bergmanns-Uniformen, darunter 360 Musikerinnen und Musiker. Mit dem Aufzug durch die Stadt wurde zugleich die Adventszeit im Erzgebirge eingeleitet. Zudem fand auf dem Chemnitzer Theaterplatz ein gemeinsames Weihnachtssingen statt.
Eine Open-Air-Abschlussshow unter dem Titel „Feierabend!“ war für den Abend geplant. Erwartet wurde dazu auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).
Das größte bleibende Projekt der Kulturhauptstadt mit ihren 38 Partnerkommunen ist der Kunst- und Skulpturenweg „Purple Path“. Mehr als 60 Künstlerinnen und Künstlern präsentieren dort zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum. Im erzgebirgischen Oelsnitz war erst am Freitag die begehbare Lichtinstallation „Beyond Horizons 2025“ von James Turrell eröffnet worden. Das Werk des US-Amerikaners ist seit Samstag im Bergbaumuseum Kohlewelt öffentlich zugänglich.
Das Gesamtbudget der Kulturhauptstadt beträgt nach eigenen Angaben für den Zeitraum von 2021 bis 2027 rund 115 Millionen Euro. Allein knapp 57 Millionen Euro wurden in die Sanierung von Gebäuden und Flächen investiert.
Außer Chemnitz war auch das slowenisch-italienische Nova Gorica/Gorizia Europas Kulturhauptstadt 2025. Im nächsten Jahr tragen das finnische Oulu und das slowakische Trencin den Titel.