Überlange Bearbeitungszeiten, digitale Abschottung von Ämtern oder schwer verständliche Behördenschreiben gehören zu den größten Ärgernissen von Thüringerinnen und Thüringern im Umgang mit der Landesverwaltung. Wie der Bürgerbeauftragte des Freistaats, Kurt Herzberg, am Mittwoch in Erfurt anlässlich der Vorstellung seines Jahresberichts sagte, haben sich im vergangenen Jahr insgesamt 1.072 Antragsteller mit ihren Beschwerden an seine Behörde gewandt.
Immer wieder kritisiert wurden laut Herzberg im Jahr 2024 die überlangen Bearbeitungszeiten von Bafög-Anträgen. Sie sorgten bei den Antragstellern vielfach für existenzielle Ängste, sagte Herzberg. Gleiches gelte für Anliegen, die die rasant steigenden Kosten in Pflegeeinrichtungen zum Thema hatten. Häufig musste sich der Beauftragte auch mit Klagen von Eltern wegen des Unterrichtsausfalls an Thüringer Schulen beschäftigen.
Bei insgesamt 239 Fällen konnte der Bürgerbeauftragte den Antragstellern helfen. In anderen Fällen unterstützte er mit Informationen, Erklärungen oder etwa der Vermittlung an die richtigen Stellen in der Verwaltung. 346 Beschwerden ließen sich auch für sein siebenköpfiges Team nicht lösen. Herzberg forderte für seine Behörde das Recht der förmlichen Rüge, um seinem Wirken mehr Gewicht zu verleihen.