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Bündnis erinnert mit Aktionstagen an Besetzung von Westsahara

Mit bundesweiten Aktionstagen wollen Menschenrechts- und Dritte-Welt-Initiativen zwischen dem 31. Oktober und 14. November auf die seit 50 Jahren andauernde Besetzung des Gebietes Westsahara aufmerksam machen. Zugleich fordern die Organisationen die Umsetzung eines Referendums zur Selbstbestimmung des sahrauischen Volkes. Geplant seien bislang Aktionen und Veranstaltungen in Berlin, Frankfurt, Görlitz, Göttingen, Hamburg, Kassel, Leipzig, Münster sowie online, teilte die Gesellschaft für bedrohte Völker am Freitag in Göttingen mit. Die Aktionstage stehen unter dem Motto „50 Jahre Besatzung – 50 Jahre Widerstand“.

Seit der willkürlichen Aufteilung der Westsahara im Jahr 1975 lebe das sahrauische Volk unter marokkanischer Besatzung, im Exil oder in Flüchtlingslagern, erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker. Spanien habe sich damals ohne formell abgeschlossene Entkolonialisierung im Sinne des Völkerrechts zurückgezogen und das Gebiet Marokko und Mauretanien überlassen. Bis heute gelte die Westsahara deshalb als „letzte Kolonie Afrikas“.

Die Folgen der anhaltenden Besatzung für das sahrauische Volk seien gravierend, sagte Laura Mahler, Referentin für Subsahara-Afrika bei der Gesellschaft für bedrohte Völker. Sie verletze das Recht der Sahrauis auf Selbstbestimmung, Ressourcen würden ausgebeutet, es gebe systematische Menschenrechtsverletzungen. Weder die Vereinten Nationen noch der Internationale Gerichtshof erkennten Marokkos Anspruch auf die Westsahara an. Nach internationalem Recht stehe dem sahrauischen Volk ein Referendum zur Selbstbestimmung zu, das ihm jedoch seit Jahrzehnten verwehrt werde.