Ex-Hollywood-Star Bruce Willis (70) ist an einer besonders schweren Demenz erkrankt. Seine Ehefrau Emma hat nun ein Buch darüber veröffentlicht, mit dem sie Angehörigen von Demenzkranken Mut machen möchte.
Das Schicksal des früheren Hollywood-Stars Bruce Willis (70) hat viele geschockt: 2022 wurde bei dem Action-Helden eine Frontotemporale Demenz (FTD) diagnostiziert, eine besonders schwerwiegende Form dieser Krankheit. Ihr Mann sei damals schon schwer krank gewesen, etwas habe mit ihm einfach nicht gestimmt, sagte seine Ehefrau Emma Heming-Willis in einem Interview der “Apotheken-Umschau”. Deshalb habe sie wissen müssen, was es sei, um ihre Familie und sich besser schützen zu können. “Die irritierenden Symptome sind tückisch an dieser Krankheit. Dadurch gibt es viele Fehldiagnosen.”
Erst als der Grund für die Probleme ihres Mannes geklärt gewesen sei, “war ich in der Lage Unterstützung zu organisieren. Für Bruce, meine damals noch kleinen Kinder, für mich”, erzählte Heming-Willis. Angehörigen von Demenzkranken rät sie aufgrund ihrer Erfahrungen, frühzeitig um Hilfe zu bitten: “Warten Sie nicht, bis Ihre eigenen Bedürfnisse nicht mehr erfüllt werden können. Bauen Sie ein Unterstützungsteam auf, auch wenn es zunächst nur aus einem vertrauten Freund oder einer lokalen Anlaufstelle besteht.” Ratsam sei auch, sich eine Gemeinschaft zu suchen, mit anderen Pflegekräften zu sprechen.
Ein weiterer Tipp von Heming-Willis: “Machen Sie sich bewusst, dass Ihre Gefühle, egal wie sie aussehen, berechtigt sind. Und denken Sie vor allem daran, dass Sie auch noch ein lebenswertes Leben haben.” Sie selbst habe aber anfangs immer ein schlechtes Gewissen gehabt, wann immer sie etwas unternahm, das Spaß gemacht habe – wie einen Wochenend-Ausflug mit den Kindern. Dazu seien Kommentare in den sozialen Medien gekommen, die diese Schuldgefühle noch verstärkten, nach dem Motto: “Du postest Fotos von einem Ausflug, solltest Du Dich nicht lieber um Deinen Mann kümmern”.
Geholfen habe ihr, dass es nicht um “entweder oder” gehe, sondern um “sowohl als auch”, sagte Heming-Willis. Sie könne ein guter Pflegepartner sein und trotzdem eine gute Zeit mit Freunden verbringen und etwas für sich tun. “Ich habe gemerkt, wie wichtig es für meine Töchter und mich ist, Auszeiten von der Pflege zu haben, mit schönen Erlebnissen, die uns Kraft geben und uns helfen, geduldiger und liebevoller mit Bruce umzugehen.”
In die Situation sei sie reingewachsen, erzählte Heming-Willis: “Ich kann diese Krankheit nicht kontrollieren, wie ich so vieles im Leben nicht kontrollieren kann. Doch ich kann meine Taten und die Art, wie ich denke, kontrollieren, ich kann mir Unterstützung holen.” Oft seien es Details, die die Interaktion mit den Lieben beeinflussten. So habe sie gelernt, dass die Farbe Schwarz Menschen mit Demenz erschrecken könne, weil die Betroffenen ein schwarzes T-Shirt oder einen schwarzen Fußabstreifer als Loch wahrnehmen könnten. “Wir haben dann schwarze Dinge im Haus ausgetauscht.”