Die Entwicklungsorganisation Brot für die Welt hat anlässlich der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin auf die Lage von Frauen in der Landwirtschaft aufmerksam gemacht. “Ohne Geschlechtergerechtigkeit kann der Hunger nicht überwunden werden. Frauen sind Schlüsselakteurinnen im Einsatz gegen den Hunger sowie für den Erhalt landwirtschaftlicher Flächen”, teilte die Präsidentin von Brot für die Welt, Dagmar Pruin, mit.
Deutschland habe im Rahmen des Welternährungsausschusses die freiwilligen Leitlinien zur Gleichstellung der Geschlechter mitverhandelt und beschlossen. “Dazu zählt zum Beispiel, dass Frauen mitentscheiden sollten, was auf dem Acker angebaut wird, mit welcher Anbaumethode und wie die Belastung durch Pestizide verringert werden kann”, so Pruin. “Die Bundesregierung steht in der Pflicht, die Beschlüsse umzusetzen.”
Frauen: Überlastet und unterrepräsentiert
Weltweit stünden Frauen in der Landwirtschaft vor großen strukturellen Herausforderungen. Laut Brot für die Welt besitzen sie nur selten eigenes Land oder haben nur über Ehemänner Zugang dazu. Gleichzeitig müssten Frauen neben der Arbeit auf dem Feld einen Großteil der Hausarbeit und die Kinderbetreuung leisten. Bei wichtigen landwirtschaftlichen Entscheidungen seien sie unterrepräsentiert.
Demonstration zur Grünen Woche
Zum Start der Grünen Woche ruft Brot für die Welt zudem mit einem breiten Bündnis von etwa 50 Organisationen zur Demonstration “Wir haben es satt!” am Samstag in Berlin auf. Das Bündnis spricht sich für eine umwelt- und tiergerechte Landwirtschaft aus. Anlässlich des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft steht bei der Demonstration und der Grünen Woche in diesem Jahr die Rolle von Frauen in der landwirtschaftlichen Produktion im Fokus.
