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Brot für die Welt fordert von Merz Einsatz für Reichensteuer in Davos

Anlässlich des Weltwirtschaftsforums fordert Brot für die Welt eine Milliardärssteuer und die Entschuldung armer Länder zur Sicherung sozialer Fortschritte. Präsidentin Dagmar Pruin appelliert an Bundeskanzler Merz.

Die Entwicklungsorganisation Brot für die Welt fordert eine stärkere internationale Steuerpolitik sowie einen umfassenden Schuldenerlass für Länder des Globalen Südens. Präsidentin Dagmar Pruin warnte vor massiven Rückschritten in der Armutsbekämpfung durch Kürzungen in der Entwicklungspolitik. Anlass sind die Beratungen beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

“Die Erfolge der vergangenen Jahrzehnte in der Armutsbekämpfung, der Ernährungssicherheit und ganz besonders in der Gesundheitsversorgung stehen durch massive globale Kürzungen in der Entwicklungspolitik auf dem Spiel”, sagte Pruin am Mittwoch in Berlin. Sie rief Bundeskanzler Friedrich Merz dazu auf, sich in Davos für neue Finanzierungsinstrumente einzusetzen.

Pruin forderte, eine globale Milliardärssteuer “von einem einstelligen Prozentsatz” und die Entschuldung von Ländern des Globalen Südens auf die Agenda des Weltwirtschaftsforums zu setzen. Eine globale Mindeststeuer auf Milliardärsvermögen sei dringend notwendig. Dies sei ein “konkreter, wirksamer und gerechter Schritt”, so Pruin. Die Einnahmen sollten in die internationale Entwicklungsfinanzierung fließen. “Es geht um Gerechtigkeit, um die Beseitigung von Hunger und um globale Stabilität – und damit auch um eine sichere Welt für alle.”

Weltweit verfügten laut Oxfam mehr als 3.000 Milliardärinnen und Milliardäre über rund 18,3 Billionen US-Dollar Vermögen, während Milliarden Menschen in Armut lebten. “Mehr als drei Milliarden Menschen leben in Ländern, die mehr Geld für den Schuldendienst als für Gesundheit oder Bildung ausgeben. Das ist untragbar”, sagte Pruin.