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Bremische Kirche entscheidet endgültig über neue Verfassung

Das Parlament der Bremischen Evangelischen Kirche trifft sich in der kommenden Woche, um endgültig über eine neue Verfassung für die Kirche zu entscheiden. Für die Frühjahrssitzung des sogenannten „Kirchentags“, zu dem etwa 150 Delegierte gehören, sind mit dem 15. und 16. Mai zwei Tage angesetzt, wie Kirchensprecherin Sabine Hatscher am Mittwoch mitteilte. Dann werde der Entwurf einer zeitgemäßen Verfassung nach einer mehr als zehnjährigen Entwicklungsphase abschließend beraten.

Die Verfassung ist von grundlegender Bedeutung für die Struktur und die Arbeit der Kirche. Das neue Papier nimmt Regelungen auf, die in der bislang gültigen Verfassung aus dem Jahr 1920 fehlen. So wurden bisher weder gesamtkirchliche Arbeitsfelder noch ein Diskriminierungsverbot oder eine Mitbestimmung junger Leute erwähnt.

Während der alte Text eine Präambel und 17 Paragrafen umfasste, besteht der nun vorliegende Entwurf aus 62 Artikeln. Er regelt auch zeitgemäßere Formulierungen für das leitende Personal. So soll die leitende Theologin oder der leitende Theologe zukünftig nicht mehr Schriftführerin oder Schriftführer heißen, sondern Kirchenpräsidentin oder Kirchenpräsident.

Neben der Verfassung geht es während der öffentlichen Parlamentssitzung im Gemeindezentrum der Martin-Luther-Gemeinde im Stadtteil Findorff auch um den Jahresbericht des leitenden evangelischen Theologen Bernd Kuschnerus, um finanzielle Perspektiven der Kirche und um eine Erklärung zur Europawahl. Zur Bremischen Evangelischen Kirche gehören 52 Gemeinden mit rund 157.000 Mitgliedern.