Das Bremer Paula Modersohn-Becker Museum hat ein bedeutendes Bild seiner Namensgeberin gekauft. Dabei handelt es sich um das „Selbstbildnis nach halbrechts, die Hand am Kinn“ aus dem Jahr 1906, wie Museumsdirektor Frank Schmidt am Donnerstag mitteilte. Die Neuerwerbung soll am 1. Dezember der Öffentlichkeit präsentiert werden.
„Da sich die meisten der Selbstbildnisse von Paula Modersohn-Becker mittlerweile im Besitz von Museumssammlungen befinden, gibt es nur noch äußerst selten die Chance, Werke der Künstlerin zu erwerben“, erklärte Schmidt. „Umso glücklicher sind wir darüber, dass uns dieses wichtige Porträt, das sich seit 1930 in Privatbesitz befindet, nun zum Kauf angeboten wurde und permanent in einer öffentlichen Institution präsentiert werden kann.“
Das Selbstbildnis sei eines der prägnantesten Beispiele für die zu ihrer Zeit radikale und innovative Experimentierfreude der Künstlerin (1876-1907), hieß es. In dieser Phase sei es ihr weniger um das naturgetreue Abbilden als um das Ausloten malerischer Möglichkeiten gegangen.
Der Ankauf wurde Schmidt zufolge durch die „großzügige“ Unterstützung mehrerer Förderer möglich. Dazu gehören die Kulturstiftung der Länder, die Ernst von Siemens Kunststiftung und ein Bremer Mäzen. Als weltweit erstes Museum für eine Malerin bietet das Paula Modersohn-Becker Museum seit 1927 die Gelegenheit, sich mit dem Schaffen der Ausnahmekünstlerin auseinanderzusetzen.
Paula Modersohn-Becker gehört zu den bedeutendsten Vertreterinnen des frühen Expressionismus. Ihre Arbeiten hängen mittlerweile in so namhaften Häusern wie dem New Yorker „Museum of Modern Art“. In ihrem kurzen Leben war die Worpsweder Malerin ausgesprochen produktiv und hat allein mehr als 60 Selbstbildnisse geschaffen. Berühmt wurde sie unter anderem mit dem ersten weiblichen Selbstakt der Kunstgeschichte, dem „Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag“ aus dem Mai 1906, das sie schwanger zeigt.