Der in Hamburg lebende Autor, Schauspieler und Musiker Heinz Strunk erhält den Bremer Literaturpreis 2026 für seinen Erzählband „Kein Geld Kein Glück Kein Sprit“. Die Ehrung ist mit 25.000 Euro dotiert und soll dem Künstler am 26. Januar 2026 im Bremer Rathaus verliehen werden, teilte der Bremer Senat am Dienstag mit. Der mit 6.000 Euro versehene Förderpreis geht an Kaleb Erdmann und seinen Roman „Die Ausweichschule“. Bremer Literaturpreis ist einer der ältesten und bedeutendsten Preise für deutschsprachige Literatur.
In seinen Erzählungen erkunde Strunk radikal die Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit des Lebens, hieß es in der Begründung der Jury. „Mit seinem grotesken, das Fantastische und den Ekel streifenden Witz dringt er durch das Banale vor bis zum existenziellen Elend der Figuren und lässt in deren Abgründen den Kern des Humanen hell erstrahlen.“ Strunk wurde 1962 im niedersächsischen Bevensen geboren.
In dem Roman „Ausweichschule“ verarbeitet Kaleb Erdmann seine Erinnerungen an den Erfurter Amoklauf von 2002, den er als Schüler erlebt hat. „Indem er das Autobiografische transzendiert und Voyeurismus, Traumata sowie die moralischen Grenzen des Erzählens selbst reflektiert, macht Erdmann ein schmerzhaftes Thema mit großer Sorgfalt und literarischer Sensibilität zugänglich“, urteilte die Jury.
Der von der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung getragene Bremer Literaturpreis wurde erstmals 1954 vergeben und wird seit 1977 durch einen Förderpreis vom Deutschlandfunk Kultur ergänzt. Am Vorabend der Preisverleihung, am 25. Januar 2026, werden beide Preisträger im Kleinen Saal der Glocke aus ihren Werken lesen. Die Auszeichnungen werden während der 50. Literarischen Woche Bremen vergeben, die vom 23. bis zum 31. Januar 2026 läuft.