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Bremer Kunsthalle zeigt Werke von Atelier-WG

Sie haben über Jahre zu Dritt in einer Bremer Künstler-WG gewohnt und sich auf eine Art gegenseitig inspiriert, die über die Stadtgrenzen hinaus ausstrahlte: Wolfgang Michael, Norbert Schwontkowski und Horst Müller sind die Protagonisten einer Ausstellung, die ab Mittwoch unter dem Titel „Three by Chance“ (Deutsch: Drei durch Zufall) in der Bremer Kunsthalle zu sehen ist. Ihre WG in der Bremer Lebens- und Ateliergemeinschaft Kohlhökerstraße sei der „kulturelle Durchlauferhitzer“ der Stadt gewesen, sagte Kunsthallen-Direktor Christoph Grunenberg am Dienstag.

„Es war eine unglaublich produktive und lebendige Zeit, Aufbruchstimmung in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche“, blickte Grunenberg zurück. Das spiegele sich auch in den Arbeiten wider, die nun in der Ausstellung zu sehen seien.

In den 1960er Jahren lernten sich Michael, Schwontkowski und Müller in Bremen kennen und freundeten sich an. Seit 1974 lebten und arbeiteten sie in der Kohlhökerstraße. Bis zum 28. Juli präsentiert die Schau rund 70 Werke aus der Zeit von 1975 bis 2023: Konstruktive Wandarbeiten von Wolfgang Michael treten dabei in einen Dialog mit den Fotografien und Objekten von Horst Müller sowie Gemälden, Papierarbeiten und Objekten von Norbert Schwontkowski.

Kuratiert wurde die Schau von Wolfgang Michael und Horst Müller, Norbert Schwontkowski starb 2013. „Die Drei teilten ihre Wohn- und Arbeitsräume, philosophierten, praktizierten Yoga und redeten über aktuelle Fragen in der Kunst“, sagte Co-Kuratorin Eva Fischer-Hausdorf. „Hier war Raum, künstlerische Ideen und Verfahren zu entwickeln und auszuprobieren – und zugleich alternative Lebensentwürfe zu erproben.“