Branche: NRW erlebt Boom beim Ausbau der Windenergie

Beim Ausbau der Windenergie hat Nordrhein-Westfalen 2025 einen neuen Rekord aufgestellt. Mit 259 in Betrieb genommenen Windenergieanlagen mit einer Bruttoleistung von 1.346 Megawatt (MW) Strom sei erstmals die Ein-Gigawatt-Grenze überschritten worden, teilte der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE NRW) am Montag in Düsseldorf mit. Damit liege NRW vor Niedersachsen und Schleswig-Holstein bundesweit auf Platz eins.

Der Branchenverband beruft sich bei den Zahlen auf eine vorläufige Auswertung des bundesweiten Marktstammregisters. Die in Nordrhein-Westfalen neu installierte Leistung stieg demnach um fast 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt gebe es nun 3.850 Windenergieanlagen im Bundesland mit einer Leistung von mehr als neun Gigawatt.

Nach Einschätzung des Geschäftsführers des LEE, Christian Vossler, soll es auch im laufenden Jahr in Nordrhein-Westfalen einen Zuwachs an Windenergieleistung von „durchaus über 1.500 MW“ geben. Dafür sprächen die aktuell vorliegenden Genehmigungen für neue Anlagen mit einem Volumen von mehr als 6.000 Megawatt. Der weitere Ausbau im bisherigen Tempo werde aber „kein Selbstläufer“, warnte Vossler. Haupthindernis sei der fehlende Netzausbau.

Der Geschäftsführer des Paderborner Windenergieunternehmens Hellwegwind, Steffen Lackmann, verwies darauf, dass die vielen, mittlerweile immer schneller erteilten Genehmigungen kaum etwas nützten, wenn die Netze nicht vorhanden seien, um den Strom aufzunehmen. Von der Antragstellung bis zur Genehmigung eines Windparks vergingen nur noch dreieinhalb Jahre, beim Netzausbau seien es weit über zehn Jahre. Allein in Ostwestfalen-Lippe müsse deswegen erneuerbarer Strom abgeregelt, also gedrosselt oder abgeschaltet werden, der 90.000 Haushalte ein Jahr versorgen könnte, sagte Lackmann.

Netzbetreiber und Politik seien gefordert, „sich unserem Tempo anzupassen“, erklärten die beiden Branchenvertreter. Die NRW-Landesregierung aus CDU und Grünen unterstütze den Ausbau „sehr gut“, das von ihr anvisierte Ziel von mindestens 1.000 neuen Windanlagen bis zum Ende der Wahlperiode 2027 werde „wahrscheinlich übererfüllt“. Sorgen bereiteten aber Stimmen aus dem Bundeswirtschaftsministerium, welche fossile Energien „wieder salonfähig“ machten.

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