Weil Präsident Erdogan das Museum der Hagia Sophia in eine Moschee zurückverwandeln ließ, lässt Leo XIV. dieses klassische Ziel der Päpste in seinem Istanbul-Programm aus. Dafür besucht er die größte Moschee der Stadt.
Das wegen seiner farbigen Wandfliesen “Blaue Moschee” genannte Gotteshaus im Zentrum Istanbuls ist die wichtigste und größte Moschee der Stadt. Bauherr und eigentlicher Namensgeber war zwischen 1609 und 1616 Sultan Ahmet I. Die Moschee gilt als Modell klassischer türkischer Architektur. Zu Zeiten des Sultans gehörten noch Bäder, Krankenhäuser, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen zu dem Gebäudekomplex. Sie sind heute nur noch in Teilen erhalten.
Der Hauptraum ist mit 53 auf 51 Meter nahezu quadratisch. Die Kuppel ist 43 Meter hoch und hat einen Durchmesser von etwa 23 Metern. Vier Halbkuppeln an jeder Seite sowie die ungewöhnlich hohe Zahl von sechs Minaretten schaffen ein prächtiges Erscheinungsbild. Etwa 260 vielfach bunte Fenster erhellen den Innenraum, moderne Nachbildungen der Originale aus dem 17. Jahrhundert. Viele der rund 20.000 Fliesen mit Pflanzenmotiven sind kunsthistorisch bedeutsam.
Die Blaue Moschee gehört auch zu den wichtigsten Touristenattraktionen der Stadt. 2006 und 2014 besuchten die Päpste Benedikt XVI. und Franziskus das muslimische Gotteshaus. Ihre Gebete dort machten angesichts des angespannten weltpolitischen Klimas seit den Terroranschlägen des 11. September 2001 weltweit Schlagzeilen. Am Samstagmorgen wird nun auch Leo XIV. dort erwartet.