Das Bistum Trier will künftig jedes Jahr mit einem Bericht über sein Handeln im Bereich Prävention, Intervention und Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch informieren. Bischof Stephan Ackermann sprach bei der Vorstellung des ersten Berichts in Trier von einem bundesweit in dieser Form einmaligen Vorgehen. Das Bistum wolle jedes Jahr offenlegen, was es tue, um Missbrauch vorzubeugen, welche Schutzmaßnahmen es umsetzt, und wie die Aufarbeitung vorangehe. Ziel sei, Fortschritte zu dokumentieren und festzustellen, an welchen Stellen es nicht weitergehe.
Laut dem Bericht für 2022 zahlte das Bistum seit 2010 etwa 2,1 Millionen Euro an Betroffene für erlittenes Leid sowie rund 100.000 Euro für Therapiekosten. Allein im vergangenen Jahr erhielten 51 Betroffene von sexualisierter Gewalt demnach 789.000 Euro in Anerkennung ihres Leides und knapp 26.000 Euro für Therapiekosten. Zwei Anträge seien als Härtefällen anerkannt worden. Die Betroffenen bekamen demnach 50.000 Euro oder mehr ausgezahlt. Der vergleichsweise hohe Betrag von 2022 erklärt sich dadurch, dass Betroffene seit 2021 höhere Summen erhalten können und manche deshalb einen weiteren Antrag gestellt haben.
16 Anschuldigungen zu Missbrauch durch noch lebende Priester oder Mitarbeiter
Der Bistums-Krisenstab befasste sich im vergangenen Jahr mit 16 Anschuldigungen zu Missbrauch durch noch lebende Priester oder Mitarbeiter des Bistums. 14 Beschuldigte waren demnach Priester und 2 andere Personen. Bei drei der Anschuldigungen handelte es sich um aktuelle, ansonsten um weiter zurückliegende Vorfälle. Darüber hinaus beschuldigten 13 Betroffene bereits Verstorbene und stellten Anträge auf Geldzahlungen.Laut Bericht meldete das Bistum 2022 sechs Fälle der Staatsanwaltschaft. Die stellte demnach drei der Verfahren in gleichen Jahr wieder ein. Das Bistum leitete zudem sechs kirchenrechtliche Voruntersuchungen ein und führte zwei solcher Untersuchungen aus dem Vorjahr weiter. Weiter führte das Bistum vier kirchliche Strafverfahren. Zwei Priester wurden in der Folge aus dem Klerikerstand entlassen, was im kirchlichen Kontext die höchstmögliche Strafe bedeutet, einem weiteren verboten, als Priester tätig zu sein.Heute hat Bischof Ackermann den ersten Jahresbericht #Prävention – #Intervention – #Aufarbeitung (PIA) vorgestellt. Der Bericht informiert darüber, was 2022 in diesen Bereichen im Bistum Trier getan wurde und noch zu tun ist. Den Bericht gibt es hier: https://t.co/9cBHNCbNfC.
— Bistum Trier (@bistum_trier) November 14, 2023
