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Bischof: Landeskirche wird sich an der Wirksamkeit orientieren

In einer Zeit „atemberaubender“ Veränderungen müsse sich die Kirche so aufstellen, dass sie ihre Probleme nicht den nächsten Generationen hinterlasse, hat der bayerische evangelische Landesbischof am Montag in seinem Bericht vor der Landessynode in Amberg betont. Er habe die Intensität der Veränderungen „in dieser Dynamik nie erwartet“, so Christian Kopp.

Die evangelische Kirche in Bayern werde voraussichtlich im Jahr 2035 1,2 bis 1,5 Millionen Mitglieder haben. Das seien 40 Prozent weniger als 2024. Auch die finanziellen Mittel und die Zahl der Hauptamtlichen werden um 40 Prozent sinken. Man wolle daher in Zukunft die kirchliche Arbeit nach ihrer Wirksamkeit vor Ort betrachten, eine wirkungsorientierte Finanzplanung vorlegen und klarer machen, „was noch machbar ist und was leider nicht mehr geht“, kündigte Kopp an. Das sei eine ungewohnte Frage, weil sich bisher immer wieder Geld gefunden habe, „mit dem auch Neues und Wichtiges finanziert werden konnte“.

Er forderte die Verantwortlichen auf allen Ebenen zu einer Sichtweise auf, die nach der „Wirkung für wie viele, wo und wofür“ frage. „Gott gibt uns Kraft für die großen Veränderungen, in denen wir stehen“, stellte Kopp fest. Es sei die Aufgabe der Christinnen und Christen in Bayern, dem Licht und der Kraft Gottes Raum zu geben. „Wir sind in unserer Arbeit bayerische Ermöglicherinnen und Ermöglicher, wir sind Lichtmenschen. Wir fragen konsequent nach dem Wofür.“

Dem Kirchenparlament schlägt der Landeskirchenrat vor, sogenannte „Regionalräume“ zu schaffen, die die Pfarreien oder Nachbarschaftsräume ablösen, sagte Kopp. In diesen Regionalgemeinden sollten multiprofessionelle Teams arbeiten, die mindestens fünf Vollzeitstellen besetzen. In den Regionalgemeinden sollten auch die Verwaltungen und die Immobilienfragen organisiert werden. (3698/24.11.2025)