Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Beate Hofmann, fordert anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar dazu auf, Antisemitismus entgegenzutreten. Dazu brauche es den Mut, „dem Hass gegen Jüdinnen und Juden die Stirn zu bieten“ und solidarisch an ihrer Seite zu stehen, sagte die Bischöfin in einer Videobotschaft, die auf der Internetseite der EKKW in Kassel veröffentlicht worden ist. Der Aufruf zur Solidarität gelte gleichermaßen für die „Schule, in der Nachbarschaft, auf der Straße, in den sozialen Medien“.
Vor dem Kasseler Mahnmal „Die Rampe“ der Künstlerin E. R. Nele stehend, erinnerte Hofmann an die Anfänge der nationalsozialistischen Verfolgung. Mit antisemitischen Parolen habe begonnen, was an die Rampen in NS-Vernichtungslagern führte, auf denen die Deportierten selektiert wurden. Die Bedeutung von Erinnerungsorten wie Mahnmalen und Stolpersteinen liege in deren Aufforderung: „Nie wieder ist jetzt“, sagte Hofmann.
Das Mahnmal „Die Rampe“ erinnert seit 1985 an die Deportation und Vernichtung der europäischen Juden im Nationalsozialismus. Es besteht aus einem Güterwaggon, aus dessen Ladetür körperlose Figuren wie entkräftete Menschen zu taumeln scheinen und zerfallen. Die Installation steht auf dem Gelände der heutigen Universität Kassel. Dort befand sich den Angaben zufolge das Werksareal des früheren Eisenbahnherstellers Henschel mit bis zu 6.000 Zwangsarbeitern.