Bevölkerungsrückgang in Deutschland stärker als erwartet

Deutschlands Bevölkerung schrumpft stärker als gedacht: Laut ifo-Institut wird sie bis 2070 um rund zehn Prozent sinken. Besonders betroffen sind die ostdeutschen Bundesländer.
Bevölkerungsrückgang in Deutschland stärker als erwartet
Die Prognose der Bevölkerungsentwicklung wurde aufgrund neuer Daten korrigiert
Imago / Jochen Tack

Die Bevölkerung in Deutschland dürfte bis zum Jahr 2070 um rund zehn Prozent zurückgehen - und nicht wie bislang erwartet nur um ein Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine veröffentlichte Analyse des ifo-Instituts in Dresden auf Grundlage aktueller Bevölkerungsrechnungen des Statistischen Bundesamtes.

Ostdeutsche Länder verzeichnen stärkeren Bevölkerungsrückgang

Zugleich gebe es deutliche regionale Unterschiede. So sind die ostdeutschen Flächenländer sehr viel stärker betroffen als die westdeutschen Ballungszentren. Für die Stadtstaaten wird bis 2070 sogar mit einem Anstieg der Bevölkerung gerechnet.

Grund für die korrigierte Prognose sind laut ifo-Institut neue Daten aus dem Zensus 2022. Danach wohnen in Deutschland tatsächlich 81,9 Millionen Menschen, statt der bisher hochgerechneten Zahl von 83,2 Millionen aus dem Zensus 2011. Zugleich sei die Zahl der Zuwanderer in den vergangenen Jahren stärker gesunken als in früheren Berechnungen angenommen, sodass dieser Wert für die Prognose bis 2070 ebenfalls angepasst worden sei. Sowohl die niedrigere Bevölkerungszahl als auch weniger Zuwanderung führten zu einer geringeren Geburtenzahl. Bislang wurde von einer eher konstanten und bis 2030 leicht wachsenden Bevölkerung ausgegangen.

Rückgang der Bevölkerung wirkt sich auf Arbeitsmarkt aus

"Der verstärkte Rückgang und die Alterung der Bevölkerung müssen schon heute bei politischen Entscheidungen mit Langzeitwirkung, beispielsweise bei Gesundheit und Pflege, berücksichtigt werden", hieß es in der Analyse. Den ifo-Experten zufolge dürfte sich nicht nur der Arbeitskräftemangel verschärfen, sondern auch die gesetzliche Rentenversicherung noch stärker unter Druck geraten.

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