Berühmte München-Ansichten hängen wieder in repräsentativem Rahmen

Der Maler Bellotto schuf im 18. Jahrhundert drei herausragende München-Bilder. Die Werke hingen in der Residenz lange vor einem besonderen Hintergrund. Dieser wurde jedoch im Krieg zerstört - und nun rekonstruiert.

Sie gelten als die drei berühmtesten Ansichten Münchens: Die Veduten von Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, zeigen die Stadt vom Münchner Gasteig aus sowie zwei Darstellungen des Schlosses Nymphenburg. Nun sind die naturgetreuen Malereien in der Residenz München wieder in jenem repräsentativen Rahmen zu bewundern, für den sie 1761 geschaffen wurden. Die Bayerische Schlösserverwaltung ließ die historische Wandvertäfelung im Zweiten Vorzimmer des kurfürstlichen Appartements nach eigenen Angaben vom Freitag rekonstruieren.

Der Venezianer Bernardo Bellotto (1722-1780) war laut Mitteilung einer der gefragtesten Vedutenmaler seiner Zeit. 1761 habe er sich fast ein Jahr in München aufgehalten und im Auftrag von Kurfürst Max III. Joseph drei großformatige Gemälde gemalt: die Ansicht der Residenzstadt über die Isar hinweg vom Gasteig aus sowie zwei Darstellungen des Sommerschlosses Nymphenburg mit Park und Auffahrtsallee.

Bellotto arbeitete mit höchster technischer Raffinesse, wie es hieß: "Er nutzte die Camera obscura, errichtete in Nymphenburg ein rund 15 Meter hohes Gerüst für seine Vorzeichnungen und komponierte seine Ansichten durchdacht." Seine Münchner Veduten erwiesen sich bei genauer Betrachtung als sorgsam manipulierte Kompositionen von hoher künstlerischer Raffinesse - mit mehreren Fluchtpunkten, idealisiertem Lichteinfall und künstlerisch arrangierten Details.

Die Gemälde waren laut Schlösserverwaltung ursprünglich Teil der Ausstattung der Kurfürstenzimmer, die Max III. Joseph ab 1746 neu gestalten ließ. Im Zuge einer späteren Umgestaltung entstand demzufolge der elegante architektonische Rahmen für Bellottos Gemäldeensemble: raumhohe, weiß gefasste Holzvertäfelungen mit feinen Vergoldungen, in die die prächtigen Rokokorahmen bündig eingefügt waren.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Kurfürstenzimmer zerstört, wie es heißt. Die ausgelagerten Bellotto-Gemälde hätten die Bombardierungen unbeschadet überstanden. "Beim Wiederaufbau stellte man bis 1966 die zerstörte Raumfolge verändert als Rokoko-Stilräume wieder her, verzichtete jedoch auf die aufwendige hölzerne Wandverkleidung und ersetzte sie durch eine textile Wandbespannung." Die jetzige Rekonstruktion basiere auf historischen Fotografien. Die Kunstschreinerwerkstätte des Restaurierungszentrums der Schlösserverwaltung habe die gesamte Wandvertäfelung in Eigenleistung gefertigt.

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