Berliner Rabbiner Teichtal wirbt für gewissenhaften Umgang mit KI

Der Berliner Oberrabbiner Yehuda Teichtal sieht in einer verantwortungsvollen Nutzung von KI auch Chancen dafür, Werte wie Mitgefühl und Verbundenheit zu verbreiten. Die Künstliche Intelligenz könne „Weisheit Millionen Menschen zugänglich machen, Einsamkeit überwinden und Licht in die digitale Welt bringen“, schreibt Teichtal in einem Gastbeitrag in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag).

„Die Zukunft der KI hängt nicht vom Code ab - sondern von unserem Gewissen“, mahnt der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Chabad Berlin. „Das jüdische Ethos lehrt, dass Fortschritt nie schneller sein darf als Verantwortung. Innovation muss dem Menschen dienen - nicht umgekehrt.“

Künstliche Intelligenz vervielfältige die Macht der Worte, erläuterte Teichtal. Dies könne zum Negativen genutzt werden. „Eine einzige falsche oder hasserfüllte Botschaft kann sich in Sekunden millionenfach verbreiten. Das uralte Verbot von Laschon Hara - übler Nachrede - bekommt im digitalen Zeitalter eine neue Aktualität.“ Zugleich ließen sich aber auch positive, aufbauende und wahrhaftige Botschaften verbreiten. „Die Herausforderung der KI besteht also nicht nur darin, Schaden zu verhindern, sondern auch darin, ihr enormes Potenzial für das Gute zu nutzen.“

KI habe kein Gewissen und könne kein Mitgefühl empfinden, sie könne zwar argumentieren, aber nicht moralisch abwägen, schreibt Teichtal weiter. "Unsere Aufgabe ist es, Technologie nicht zu verwerfen, sondern sie zu 'vermenschlichen': ihr Richtung, Sinn und Werte zu geben.

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