Der Berliner Schriftsteller Martin Muser erhält den „Luchs“-Preis für das beste Kinder- und Jugendbuch des Jahres 2023. Die mit 8.000 Euro dotierte Auszeichnung wird dem 58-Jährigen für seinen Jugendroman „Weil“ verliehen, wie Radio Bremen am Dienstag mitteilte. Der Roman sei ein Lehrstück über Angst, Mut und Gewalt, urteilte die Jury. Muser inszeniere „ein raffiniertes Kammerspiel, in dem der Machtrausch der einen zur Ohnmacht der anderen wird“.
In dem Psychothriller ab 14 Jahren geht es unter anderem um eskalierende Gewalt. Es sei „ein Text wie ein Faustschlag, der in seiner Schonungslosigkeit zugleich schockiert und fasziniert“, führte die Jury aus. Das Buch sei eine verstörende Zumutung – „im besten Sinne, weil es in all seiner Gnadenlosigkeit eine Einladung ist, sich selbst und die Grundfesten dieser Gesellschaft radikal zu hinterfragen“.
Der „Luchs“ soll Muser am 20. April 2024 am Vorabend der Buchmesse in Leipzig verliehen werden. Seit 1986 vergeben die Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ und der Sender Radio Bremen den „Luchs“. Jeden Monat verteilen sie einen Preis für Kinder- und Jugendliteratur. Aus den zwölf Monatssiegern wird dann der Jahres-„Luchs“ gewählt, der im vergangenen Jahr an den norwegischen Autor Gulraiz Sharif ging.